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caissa schach chronik - Bundesliga

Deutsche Mannschaftsmeisterschaften

Ost und West, Frauen und Männer

Meister der Endrunden
¹) Meister der BR Deutschland
1943 SK 1873 Augsburg
1947 Essener SG 1904
1948 Essener SG 1904
1949 Barmer SV 1865
1950 Hamburger SG¹
1951 Münchener SC 1836¹
1952 Münchener SC 1836¹
1953 Münchener SC 1836
1954 Münchener SC 1836¹
1955 Düsseldorfer SG¹
1956 Hamburger SK¹
1957 Berliner SG Eckbauer¹
1958 Hamburger SK¹
1959 Hannoverscher SK¹
1960 Düsseldorfer SG¹
1961 Berliner SG Eckbauer¹
1962 Münchener SC 1836¹
1963 Münchener SC 1836¹
1964 Münchener SC 1836¹
1965 Münchener SC 1836¹
1966 SC 1868 Bamberg¹
1967 SG Porz¹
1968 Stuttgarter SF 1907¹
1969 Solinger SG 1868¹
1970 Concordia Hamburg¹
1971 Solinger SG 1868¹
1972 Solinger SG 1868¹
1973 Solinger SG 1868¹
1974 Solinger SG 1868¹
Mehrgleisige Bundesliga
1975 Solinger SG 1868¹
1976 SC 1868 Bamberg¹
1977 SC 1868 Bamberg¹
1978 Königsspr. Frankfurt¹
1979 SG Porz¹
1980 Solinger SG 1868¹
Eingleisige Bundesliga
1981 Solinger SG 1868¹
1982 SG Porz¹
1983 Bayern München¹
1984 SG Porz¹
1985 Bayern München¹
1986 Bayern München¹
1987 Solinger SG 1868¹
1988 Solinger SG 1868¹
1989 Bayern München¹
1990 Bayern München¹
1991 Bayern München¹
1992 Bayern München
1993 Bayern München
1994 SG Porz
1995 Bayern München
1996 SG Porz
1997 SG Aljechin Solingen
1998 SG Porz
1999 SG Porz
2000 SG Porz
2001 Lübecker SV 1873
2002 Lübecker SV 1873
2003 Lübecker SV 1873
2004 SG Porz
2005 Werder Bremen
2006 OSC Baden-Baden
2007 OSC Baden-Baden
2008 OSC Baden-Baden
2009 OSG Baden-Baden
2010 OSG Baden-Baden

Deutsche Meister

In den 1930er-Jahren wurden erstmals Mannschaftsmeisterschaften in Deutschland ausgetragen. Damals aber traten noch Vertreter der Bundesländer aufeinander. Die Deutsche Vereinsmeisterschaft hatte dagegen erst 1943 Premiere. In Bad Oeynhausen wurder der SK 1873 Augsburg erster Vereinsmeister.

Deutsche Vereinsmannschaftsturniere im Laufe der Zeit

Männer- und Frauen-Meister der DDR Mehrgleisige Bundesliga 1975-1980 Bundesliga 1981-1995 Mannschaftspokal seit 1983 Frauen-Bundesliga Bundesliga 1996-2007 Bundesliga seit 2008

Deutsche Liga-Meilensteine

Ein langer Weg zum Meister

Nach dem II. Weltkrieg wurde die Deutschen Meisterschaft der Vereine schnell wieder aufgenommen. Bis 1949 wurde noch eine gesamtdeutsche Meisterschaft gespielt. Die Essener Schachgesellschaft 1904 siegte bei den ersten beiden Meisterschaften 1947 und 1948 in niedersächsischen Sarstedt. In Darmstadt gewann 1949 die Barmer Schachgesellschaft 1885.

Nachdem 1949 die beiden deutschen Staaten gegründet worden waren, richtete die DDR ihre eigene Meisterschaft aus. Bis zum „Beitritt“ der DDR 1990 wurde nur noch einmal ein gesamtdeutscher Meister ermittelt. 1953 trafen sich die Meister aus West und Ost zu einem Match, dass der Münchener SC mit 6:2 für sich entscheiden konnte.

Der Münchener SC wurde zwischen 1951 und 1965 achtmal Meister und war damit die mit Abstand erfolgreichste Mannschaft dieser Bundesliga-Präshistorie. Ende der 1960er-Jahre kam dann langsam die Solinger SG auf, die sich auf Jahrzehnte in der deutschen Spitze etablieren sollte.

Gründung der Bundesliga

1974/75 wurde dann zunächst die mehrgleisige Bundesliga eingeführt, bei der insgesamt 32 Mannschaften in vier Staffeln die Teilnehmer an der Meisterschaftsendrunde ermittelten. Der Solinger SG gelangen in dieser kurzen Phase gleich drei Meistertitel. Die Bundesliga wurde schnell angenommen, letztlich auch von jenen Vereinen, die sich anfänglich skeptisch gezeigt hatten. So wurde konsequenter weise 1980 die eingleisige Bundesliga eingeführt.

Das Format der Liga blieb über Jahrzehnte bis auf Kleinigkeiten identisch: acht Bretter, 16 Mannschaften, vier Absteiger. Regeln änderten sich natürlich mit der Zeit. So sind Kurzremise mittlerweile wieder verboten und die Elo-Auswertung wieder eingeführt worden. Die frühere Ausländerklausel wird zumindest auch heute immer noch ab und an diskutiert. 1991 mussten einmal fünf Mannschaften absteigen, um Platz für die ostdeutschen Teams zu schaffen, die ab der Saison 1991/92 in die Bundesliga integriert wurden. Ob in der west- oder gesamtdeutschen Bundesliga – in den ersten 20 Jahren dominierten drei Mannschaften das sportliche Geschehen: die Solinger SG, die SG Porz und Bayern München teilten sich die Titel unter sich auf. Allein die Bayern wurden zwischen 1981 und 1995 neunmal Meister, sogar öfter als die Fußballabteilung.

Elisabeth Pähtz und Ketino Kachiani spielen in beiden Bundesligen

Elisabeth Pähtz (vorn)
und Ketino Kachiani (dahinter)
spielen in beiden Bundesligen

Nach dem Rückzug der Bayern 1995 kamen nach und nach neue Mannschaften an die Spitze der Liga. Zunächst gab der Lübecker SV ein kurzes, aber erfolgreiches Intermezzo, bevor die Finanzen zusammen brachen. Die OSG Baden-Baden ist zwar ebenso von einem Sponsor abhängig, offensichtlich aber solider aufgestellt. Nicht erst, seitdem die Bundesliga in Eigenregie vom eigens gegründeten Verein organisiert wird, dominieren die Badener die Liga.

Die Bundesliga bezeichnet sich als „stärkste Liga der Welt“ – nicht ganz zu unrecht. Zwar ist die russische Meisterschaft noch besser besetzt, wird aber als Turnier ausgetragen. Ob beste oder zweitbeste Liga spielt aber ohnehin allenfalls für das Marketing eine Rolle. Weltmeister wie Anand, Kramnik, Karpow, Spasski und Tal haben die Bundesliga ebenso belebt wie z.B. Schirow, Carlsen, Waganjan oder Hübner, um nur einige zu nennen.

Pokal hat Akzeptanzprobleme

Kurz nach der eingleisigen Bundesliga wurde 1982 der deutsche Mannschaftspokal ins Leben gerufen. Diese hat nicht erst in den letzten Jahren bei vielen Clubs der Bundesliga und 2. Liga keinen sehr guten Stand. Viele starke Mannschaften verzichten auf die Teilnahme.

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Frauen-Bundesliga erst seit der Vereinigung

Noch jünger als der Pokalwettbewerb ist die Frauen-Bundesliga. Wurde in der DDR schon 1953 die erste Frauenmeistermannschaft ermittelt, befand sich der Westen diesbezüglich im Dornröschenschlaf. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs spielten die westdeutschen Frauen gemeinsam mit den ostdeutschen um den Titel. Ab 1992 wurde dann auch in einer Bundesliga gespielt. Diese besteht aus zwölf Mannschaften mit jeweils sechs Brettern.

Bei den Frauen war zunächst die Elberfelder SG das Maß der Dinge. Im alten Jahrtausend gelangen den Wuppertalerinnen sechs Meistertitel. Inzwischen ist auch hier Baden-Baden das Spitzenteam. Im Gegensatz zur Männer-Bundesliga haben bei den Frauen auch Vereine aus dem Osten Titel errungen, was angesichts der größeren Bedeutung des Frauenschachs in der DDR nicht verwundert. Dresden gewann die Bundesliga viermal, Halle zweimal.

Während in der Frauen-Bundesliga naturgemäß nur Frauen spielen dürfen, können diese umgekehrt auch in der „Männer“-Bundesliga antreten. Die punktbesten Frauen in der Männer-Bundesliga sind Ketino Kachiano-Gersinska mit 48½ Punkten aus 90 Partien und Elisabeth Pähtz mit 17 aus 32 (siehe Bild oben). Im Bereich des Möglichen liegt aber, dass die beiden Bundesligen künftig zeitgleich ausgetragen werden.

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Quellen und mehr Informationen

SchachbundesligaDeutscher SchachbundTeleSchachSchachbezirk Mittelbaden

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Text: Rainer Osenberg, Bilder: US Air Force (Rosinenbomber, gemeinfrei Details), Bundesarchiv, Bild 146-1985-114-21 / Maeschke, Fri (VW, cc-by-sa 3.0 Details), Elke Wetzig (Trabantenstadt, cc-by-sa 3.0 Details), Bundesarchiv, Bild 175-V00-02081 / Lehnartz, Klaus (Brandenburger Tor, cc-by-sa 3.0 Details), Bundesarchiv, Bild 183-1989-1118-028 / unknown / C (Maueröffnung, cc-by-sa 3.0 Details), Malte Hübner (Horn, gemeinfrei Details), Times (Wikimedia) (Fanmeile, cc-by-sa 3.0 Details), Thomas Robbin (Zeche, cc-by-sa 3.0 Details), karpidis (Pähtz/Kachiani, cc-by 2.0 Details)

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26.7.2010, 10.49 Uhr

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