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caissa schach chronik - Schacholympiade

Souveräne Amerikaner

VII. Olympiade in Stockholm

Schiff Wasa in Stockholm

Wasa in Stockholm

Die schwedische Mannschaft hatte 1935 in Warschau ein großartiges Turnier gespielt und war erst spät von den Amerikanern abgefangen worden. 1937 in Stockholm hatten die Schweden nun die große Chance, vor eigenem Publikum ihr Können zu zeigen.

19 Mannschaften mit 94 Spielern traten an. Wieder hatte jedes Team gegen jedes andere zu spielen. Doch leider litt das Turnier am konkurriendenen Turnier in Semmering und dem bevorstehenden WM-Fight zwischen Aljechin und Euwe. So fehlten nicht nur starke Spieler, sondern auch das Medieninteresse war nicht so groß, wie es das Turnier verdient hätte.

Die USA waren nach drei Siegen in Folge natürlich erneut in einer Favoritenrolle. Noch höher wurden allerdings die Ungarn eingeschätzt, die 1936 beim Turnier in München gewonnen hatten. Diese „Zwischenolympiade“ war Nazideutschland anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin zugestanden worden, bei den offiziellen Turnieren blieben die Deutschen weiterhin aufgrund ihrer Rassenpolitik unerwünscht.

Die USA sind nicht zu stoppen

Die ambitionierten Schweden erlebten schon in der 1. Runde eine herbe Enttäuschung: Gegen Argentinien setzte es ein 1:3. An die Spitze setzten sich gleich die Ungarn mit einem 4:0 über Norwegen. Nach der knappen Niederlage gegen die USA in Runde 2 konnten die Schweden ihre Hoffnungen fast schon ad acta legen. In Runde 3 übernahmen dann die Polen die Führung.

Bis zur 7. Runde baute die Mannschaft ihren Vorsprung auf 2½ Punkte auf die Niederlande und die Tschechoslowakei aus. Doch Ungarn, Estland und die USA hatten nur nominal einen klaren Rückstand, hatten diese Nationen ihre Auszeit doch bereits hinter sich.

Pl. Mannschaft Sp S U N Pkt. Brpkt.
Die Brettpunkte entschieden über die Plazierung.
1. USA 18 15 3 0 33 54½
2. Ungarn 18 11 7 0 29 48½
3. Polen 18 14 2 2 30 47
4. Argentinien 18 11 4 3 26 47
5. Tschechoslowakei 18 11 5 2 27 45
6. Niederlande 18 11 5 2 27 44
7. Estland 18 9 2 7 20 41½
8. Litauen 18 8 4 6 20 41½
9. Jugoslawien 18 8 3 7 19 40
10. Schweden 18 7 7 4 21 38½
11. Lettland 18 8 4 6 20 37½
12. Finnland 18 6 5 7 17 34
13. England 18 5 3 10 13 34
14. Italien 18 3 3 12 9 26½
15. Dänemark 18 3 3 12 9 25½
16. Island 18 2 3 13 7 23
17. Belgien 18 2 2 14 6 22½
18. Norwegen 18 2 1 15 5 19½
19. Schottland 18 0 4 14 4 14

Abschlusstabelle

Nach zehn Runden führte Polen immer noch. 2½ Punkte betrug der Vorsprung auf die Niederlande, jedoch nur 3 auf die USA, die ein Spiel weniger hatten. In Runde 11 kam es zum direkten Duell der beiden Mannschaften und zum polnischen Debakel: Die USA siegten mit 3½:½ und lagen nun trotz des weniger absolvierten Spiels gleichauf mit den Polen.

Schon eine Runde später war klar, dass die Amerikaner wieder nicht zu stoppen sein würden, auch wenn es gegen die Niederlande und Lettland jeweils nur zu einem 2:2 reichen sollte. Nachdem auch die Polen ihren freien Spieltag hatten, lagen die Amerikaner schon mit 3½ Punkten vorn. Dazwischen standen noch Ungarn und die Niederlande, die aber noch nicht pausiert hatte.

Die USA bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus und sicherten sich bereits in der vorletzten Runde ihren Gesamtsieg. Am Ende hatten die Amerikaner satte 6 Punkte Vorsprung auf die Ungarn und sogar 7½ auf Bronzegewinner Polen. Die Argentinier, die ein starkes Turnier abgeliefert hatten, landeten punktgleich mit Polen auf dem 4. Rang. Für Gastgeber Schweden blieb nur der 10. Platz.

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1927 London, 1928 Den Haag, 1930 Hamburg, 1931 Prag, 1933 Folkestone, 1935 Warschau, 1937 Stockholm, 1939 Buenos Aires

Die Medaillengewinner

USA
USA
Samuel Reshevsky, Reuben Fine, Isaac Kashdan, Frank Marshall, Al Horowitz
Ungarn
Ungarn
Lilienthal, Szabo, E. Steiner, Havasi, Vajda
Polen
Polen
Tartakower, Najdorf, Frydman, Appel, Regedzinski

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Olympia-Hintergrund

Die ersten Schacholympiaden wurden noch nicht als solche bezeichnet. Die teilnehmenden Nationen spielten mit jeweils vier Brettern ein Rundenturnier. Die VII. Olympiade in Stockholm fand statt vom 31. Juli bis 14. August 1937.

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Text: Rainer Osenberg, Bild: Georg Dembowski (Stockholm, cc-by-sa 3.0 Details)

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