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caissa schach chronik - SchacholympiadeSame procedure as every yearXV. Olympiade in Varna
Svetka Petka in Varna 1962 traf sich die Schachwelt im bulgarischen Varna, am berühmten Goldstrand gelegen. Zunächst war mit einem weiteren Teilnahmerekord gerechnet worden doch schließlich nahmen „nur“ 37 Mannschaften mit 220 Spielern am Turnier teil. Dieses wurde einmal mehr in Vor- und Finalrunden ausgetragen. Neu war das Verbot von Remis vor dem 30. Zug, das beim Fide-Kongress in Schweden kurz vor dem Turnier beschlossen worden war. Angesichts dessen, dass ausgerechnet Salo Flohr der Hauptschiedsrichter des Turniers war, der selbst nicht eben für einen übertrieben gewinnorientierten Stil bekannt war, konnte diese Regel damals durchaus als Kuriosum bezeichnet werden. Leider zeigte sie ohnehin nicht den erwünschten Erfolg, die sich mehr und mehr einbürgenden schnellen Remis einzudämmen. Wollten zwei Spieler eine Partie nun unbedingt schiedlich-friedlich beenden, streckten sie die Partie einfach künstlich in die Länge. Anzeige
Dass die Sowjetunion auch in Abwesenheit Smyslows der Favorit der Olympiade war, braucht vermutlich nicht eigens erwähnt zu werden. So setzten sich die Sowjets in ihrer Vorrundengruppe 1 erwartet souverän durch. Auf den Plätzen der Gruppe landeten – in dieser Reihenfolge – die DDR und die BRD. Schweden, Belgien und Spanien hatten letztlich deutlich das Nachsehen. Ähnlich klar ging es auch in der zweiten Gruppe zu: Die USA, bei denen Reshevsky sich erneut weigerte, an einem anderen als dem ersten Brett zu spielen, setzte sich vor Gastgeber Bulgarien und Rumänien durch. Knapp ging es dagegen in der 3. Gruppe zu: Die Jugoslawen und Tschechen waren favorisiert, um den 3. Platz erwartete man einen Kampf zwischen der Niederlande und Polen. Doch es sollte eine nicht ganz so klare Angelegenheit werden. Während Jugoslawien sich letztlich mit einem deutlichen Vorsprung durchsetzen konnte, erzielten die drei Verfolger jeweils 25 Punkte. Tragischer Verlierer waren am Ende die Polen, die zwar viermal mit 4:0 siegreich waren, aber ausgerechnet gegen die Niederlande mit 0:4 untergingen. Dennoch war noch in der Schlussrunde alles drin, doch das Risiko, das die Polen notgedrungen eingingen, um die Finalrunde zu erreichen, erwies sich als zu hoch. In der Gruppe 4 war die Ausgangslage ähnlich – mit Argentinien und Ungarn zwei klare Favoriten und in diesem Falle vier Kandidaten für Platz 3. Die Österreicher waren es, die hier am Ende die Nase vor den Dänen, Kubanern und Engländern hatten und sich fürs Finale qualifizierten. Last-Minute-Medaille für ArgentinienErster Tabellenführer des Finals waren die Rumänen, die Österreich mit 3½:½ besiegten, während Topfavorit UdSSR gegen Bulgarien einen Punkt weniger einfuhr. Einige Runden lang blieben die Sowjets bei diesem Standardresultat. So führten nach der rumänischen Niederlage gegen den Gastgeber nach zwei Runden gemeinsam die Klassenfeinde USA und UdSSR. Nach der dritten Runde schloss Rumänien erneut auf. Mit seinen knappen Siegen gegen deutlich schwächer eingestufte Teams konnten sich die Sowjets einfach nicht entscheidend absetzen. Doch mit dem ½:3½ gegen die Bundesrepublik verabschiedete sich Rumänien aus der Spitzengruppe. Statt dessen sah sich die westdeutsche Mannschaft plötzlich zusammen mit den Jugoslawen und der Sowjetunion an der Spitze des Klassements. Auch als die Sowjets gegen die Tschechen endlich einen klaren Sieg hinbekamen, blieben die Deutschen am Ball. Gegen Nachbar Holland gelang ebenso wie dem Favoriten ein 3½:½-Sieg. Die Konkurrenz lag inzwischen 1½ Punkte zurück. Doch mit dem Überschreiten der Halbzeit setzte sich die UdSSR endlich ab. Deren 4:0 gegen Österreich hatte Deutschland beim 2:2 gegen Bulgarien nichts entgegen zu setzen.
Abschlusstabelle der Finalrunde Danach brachen die Deutschen beim ½:3½ gegen die USA gar ein, die nun gemeinsam mit den Jugoslawen zum schärfsten Verfolger der Sowjets wurden. Für die Deutschen folgen zwei weitere Niederlagen mit dem gleichen Ergebnis gegen Ungarn und die UdSSR, die Medaillenhoffnungen waren damit wieder auf dem Niveau wie vor dem Turnier. Nach neun Runden hatte der Favorit nun schon vier Punkte Vorsprung auf die USA und Jugoslawien. Mit dem 4:0 gegen Österreich pirschte sich jedoch auch Argentinien an die Medaillenränge heran. In der vorletzten Runde besiegte die UdSSR den Verfolger USA mit 2½:1½, ebenso wie Jugoslawien die BRD – der Keks war gegessen. In der letzten Runde legte die UdSSR gegen Ungarn noch nach und sicherte sich letztlich souverän erneut den Titel. Die USA unterlagen Jugoslawien mit 1:3 u.a. durch Fischers Niederlage gegen Gligoric. Dadurch hievten sich die Argentinier im letzten Augenblick noch aufs Treppchen. |
Chronik
Turniere der Epoche 1950 Dubrovnik, 1952 Helsinki, 1954 Amsterdam, 1956 Moskau, 1958 München, 1960 Leipzig, 1962 Varna, 1964 Tel Aviv, 1966 Havanna, 1968 Lugano, 1970 Siegen, 1972 Skopje, 1974 Nizza Die Medaillengewinner
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Olympia-Hintergrund Nach dem II. Weltkrieg wurde die Olympiade alle zwei Jahre ausgetragen. Die Teilnehmerzahl machte Vorrunden und anschließende Finalrunden erforderlich. Die XV. Olympiade in Varna fand statt vom 15. September bis 10. Oktober 1962. Olympia aktuell Deutschland im Mittelmaß Aktuelle Olympiade Quellen und mehr Informationen OlimpBase • Fernschach-Olympia Rechte an dieser Seite Text: Rainer Osenberg, Bild: Dimitar Ivanov (Varna, gemeinfrei Details) Diese Seite merken Letzte Aktualisierung 6.6.2010, 21.50 Uhr |
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| chronik Nationalteams Olympia 1950-1974 Varna 1962 | © 2007-2010 Rainer Osenberg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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