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caissa schach chronik - Turniere

Turniere 1851-1900

Tabellen, Ergebnisse, Kurzberichte

Jahr Ort Sieger
1851 London Anderssen
1862 London Anderssen
1870 Baden-Baden Anderssen
1873 Wien Steinitz
1878 Paris Zukertort
1882 Wien Steinitz, Winawer
1883 London Zukertort
1887 Frankfurt/Main Mackenzie
1889 New York Tschigorin, Weiss
1889 Breslau Tarrasch
1895 Hastings Pillsbury
1896 St. Petersburg Lasker
1896 Nürnberg Lasker
1896 Budapest Tschigorin
1897 Berlin Charousek
1898 Wien Tarrasch
1899 London Lasker
1900 Paris Lasker

Turniere der Epoche und ihre Sieger

Schon seit dem 15. Jahrhundert wurde Schach nach kaum veränderten Regeln gespielt, doch die Geschichte des Turnierschachs begann erst 1851. Damals fand im Londoner Crystal Palace die erste Weltausstellung statt. Der führende Spieler der führenden Schachnation, Howard Staunton, organisierte aus diesem Anlass das Londoner Turnier 1851. Sieger wurde damals aber nicht der favorisierte Howard Staunton, sondern der Preusse Adolf Anderssen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trafen sich die Meister des Schachs immer wieder zu großartigen Turnieren. Da man zu jener Zeit naturgemäß noch nicht von Turnier zu Turnier jetten konnte, waren die Turniere zwar selten, aber dafür meist umso größer und länger. Erst in den 1880er und 1890er-Jahren häuften sich dann die großen Turniere.

1862 fand wiederum anlässlich der Weltausstellung ein Turnier in London statt. Dieses gewann wiederum Adolf Anderssen, der auch das Turnier in Baden-Baden 1870 für sich entscheiden konnte. In den ersten zwei Jahrzehnten gewann der Preusse somit alle drei der absoluten Topturniere und durfte sich zu dieser Zeit mit Fug und Recht als weltbester Spieler bezeichnen.

Adolf Anderssen

Adolf Anderssen

Mit Beginn der 1870er-Jahre erhöhte sich die Anzahl der Turniere, die nun auch abseits von Weltausstellungen stattfanden. Häufig wurde anlässlich der Verbandskongresse ein internationales Turnier ausgetragen.

Zukertort und Steinitz im Zweikampf

In dieser Zeit taten sich zwei Spieler ganz besonders hervor: der Pole Johannes Zukertort und der Böhme Wilhelm Steinitz. Beide waren schließlich 1886 auch die Kontrahenten bei der ersten Weltmeisterschaft. Zukertort hatte durch seine Siege 1878 in Paris und vor allem 1883 in London auf sich aufmerksam gemacht. Steinitz hatte 1873 und 1882 in Wien gewonnen. Das Wiener Turnier 1882 gehört sicher zu den besten Turnieren der Geschichte. Das erlesene Feld wurde von Wilhelm Steinitz und Szymon Winawer gemeinsam angeführt, und auch der Stichkampf brachte keine Entscheidung.

Zwei Deutsche in der Weltspitze

Am Ende des Jahrhunderts mischten auch zwei Deutsche in der absoluten Weltspitze mit. Siegbert Tarrasch gewann 1889 in Breslau, Emanuel Lasker gewann nicht nur einige Turniere, sondern wurde 1894 sogar der zweite Weltmeister. Später traten die beiden auch im Kampf um die Weltmeisterschaft gegeneinander an.

Im August und September 1895 begann in England ein ganz besonderes Stück Schachgeschichte. In Hastings wurde der erste International Chess Congress ausgetragen. Noch heute wird dieses Turnier jährlich ausgetragen.

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Text: Rainer Osenberg, Bilder: unbekannt (Lok NYC 999, gemeinfrei Details), unbekannt (Anderssen, gemeinfrei Details)

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6.6.2010, 21.50 Uhr

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