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Geschichte der Chess960-WM

Die inoffizielle Sieger

Bobby Fischer

Bobby Fischer, Erfinder des Chess960

War es wohl Faulheit, sich nicht zu sehr mit der Analyse von Eröffnungen befassen zu wollen oder Langeweile am gewöhnlichen Schachspiel, und das auch noch auf der Flucht von den US-Behörden? Jedenfalls stellte der frühere Weltmeister im klassischen Schach, Bobby Fischer, 1996 in Argentinien der Öffentlichkeit eine völlig neue Schachvariante vor, bei der die Startaufstellung der Figuren aus 960 möglichen Varianten gelost wird.

Nach seinem Erfinder wurde und wird auch heute noch oft diese Variante als Fischer Random Chess bezeichnet. Inzwischen gebräuchlicher ist aber die Bezeichnung Chess960. Nicht zuletzt durch das Bemühen der Chesstigers erfreut sich Chess960 einiger Beliebtheit, auch und gerade bei prominenten Spielern.

Die Chesstigers waren es auch, die im Rahmen der Chess Classic 2001 die erste Weltmeisterschaft im Chess960 veranstalteten. Ist man ehrlich, war dies zu jener Zeit wohl eher noch als Experiment gedacht, jedenfalls wurde das damalige Match zwischen Peter Leko und Michael Adams erst im Nachhinein zur WM „befördert“. Peter Leko behielt mit 4½:3½ die Oberhand.

Jahr Sieger
2001 Peter Leko Peter Leko
Ungarn
2003
2004
2005
Pjotr Swidler Peter Swidler
Russland
2006
2007
Lewon Aronjan Lewon Aronjan
Armenien
2009 Hikaru Nakamura Hikaru Nakamura
USA

Chess960-Weltmeister

Wie bei der Chess Classic in Mainz üblich, gelten Schnellschach-Bedenkzeiten auch beim Chess960. Eine WM mit klassischen Bedenkzeiten wurde bislang noch nicht gespielt und scheint auch nicht geplant zu sein.

2003 wurde die Veranstaltung bereits als WM bezeichnet. Peter Swidler, der zuvor das offene Chess960-Turnier gewonnen hatte, war der Herausforderer Lekos. Noch heute hat der Sieger des vormaligen Opens in Mainz das Recht, um den Titel zu spielen, auch wenn heute jeweils vier Spieler um den Titel kämpfen.

Auch 2003 endete das Match knapp mit 4½:3½, diesmal für den Herausforderer Swidler, der ein Jahr später mit dem selben Resultat auch Lewon Aronjan schlagen konnte. 2005 verteidigte Swidler ein weiteres Mal seinen Titel. Diesmal gewann er mit 5:3 gegen den Ungarn Zoltan Almasi.

»Bobby just drops the pieces and they fall on the right squares.«

Miguel Najdorf
Chess960 war aber nicht gemeint

Bei der nächsten Auflage, der letzten die als Match zweier Spieler ausgetragen wurde, entriss Lewon Aronjan Swidler mit 5:3 den Titel. Ein Jahr später starteten vier Spieler zunächst im Rundenturnier. Für das Finale qualifizierten sich Lewon Aronjan und Schnellschachweltmeister Viswanathan Anand. Die Entscheidung fiel hier erst im Blitzen zugunsten des Armeniers.

Erst zwei Jahre später wurde die nächste WM erneut im Viererturnier plus Finale ausgespielt. Diesmal fand Lewon Aronjan im Finale seinen Meister im Amerikaner Hikaru Nakamura, der mit 3½:½ das Finale für sich entschied.

Chess960-WM der Frauen

Die Weltmeisterschaft im Chess960 findet inzwischen nur noch alle zwei Jahre statt. Präziser gesagt wechseln sich inzwischen Frauen und Männer ab. 2006 spielte Elisabeth Pähtz ein Match gegen Alexandra Kostenjuk, das die Russin mit 5½:2½ klar für sich entschied.

Als 2008 die Frauen die Bühne in Mainz für sich allein hatten, fand analog zu den Männern ein Viererturnier mit anschließendem Finale statt. Auch hier behielt Alexandra Kostenjuk die Oberhand. Finalgegnerin war die Ukrainerin Kateryna Lahno.

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Chess960-WM-Hintergrund

Die Chess960-WM wird im Rahmen der Chess Classic in Mainz mit Schnellschachbedenkzeit gespielt. Männer- und Frauenturniere wechseln sich jährlich ab.

Spezial-WM aktuell

Carlsen holt den Titel
Anand zwei Punkte voraus
Aronjan ist Weltmeister
Anand entthront
Anand muss kämpfen

Aktuelle Chess960-WM
im caissa schach-magazin

Quellen und mehr Informationen

Chess Classic Schnellschach-WM

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Text: Rainer Osenberg, Bilder: unbekannt (Fischer am Brett, cc-by-sa 3.0 de Details), unbekannt (Leko, Details), unbekannt (Swidler, Details), unbekannt (Aronjan, Details), unbekannt (, Details)

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Letzte Aktualisierung

6.6.2010, 21.51 Uhr

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