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caissa schach chronik - Weltmeisterschaft

Aljechin kommt zurück

WM 1937: Diesmal ist Euwe chancenlos

»Alekhine is a poet who creates a work of art out of something that would hardly inspire another man to send home a picture post card.«

Max Euwe

Als Alexander Aljechin sich gegen Max Euwe revanchierte, brannte es in Europa schon wieder. Der Spanische Bürgerkrieg war ausgebrochen. Francos Truppen wurden von den deutschen Faschisten unterstützt. Hitler hatte inzwischen verkündet, dass binnen vier Jahren die Armee einsatz- und die Wirtschaft kriegsfähig sein würden. Dennoch waren Menschen wie US-Präsident Roosevelt, der Staaten wie Deutschland isolieren wollte, die Mahner in der Wüste. Da die Faschisten weiterhin nahezu ungehemmt ihr Treiben fortsetzen konnten, war das Match Aljechin gegen Euwe wieder für lange Zeit die letzte WM.

Aljechin gegen Euwe 1937

Aljechin gegen Euwe 1937

Nur als Weltmeister in die Heimat

Die Niederlage gegen den Niederländer Max Euwe 1935 hatte Alexander Aljechin wach gerüttelt. Er gab das Rauchen und Trinken auf und stürzte sich ins Turniergeschehen. In den Turnieren vor dem Revanchekampf konnte er aber nicht überzeugen.

Alexander Aljechin, der nachwievor unter Heimweh litt, wollte nur als Weltmeister in seine Heimat zurück. Entsprechend motiviert und konzentriert ging er in das zweite Match gegen Euwe. Auf Hokuspokus wie Siamkater und Horoskope verzichtete Aljechin ebenso wie auf Tabak und Alkohol.

Max Euwe hingegen wusste, dass er seinen Gegner nicht erneut würde überraschen können. Im Gegensatz zu Aljechin widerstand der Niederländer jedoch der Versuchung, einen Revanchekampf einfach zu vermeiden.

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On Tour durch die Niederlande

Wieder wurde die Weltmeisterschaft in verschiedenen niederländischen Städten ausgespielt, und wieder waren 30 Partien vorgesehen.

Den besseren Start erwischte der neue Weltmeister, der gleich die erste Partie mit weißen Steinen für sich entscheiden konnte. Aljechin konnte seinerseits jedoch die nächste Partie für sich entscheiden.

Nach zwei Remis wiederholte sich das Procedere: beide Spieler siegten mit weißen Steinen. Dann aber übernahm Aljechin das Kommando und entschied die nächsten beiden Partien für sich.

Aljechin zog davon

Durch seinen Sieg in Partie 10 hatte Aljechin schon drei Punkte Vorsprung, bevor Max Euwe in der 13. sein nächster Sieg gelang. Diesen aber egalisierte Aljechin wieder stante pede.

5. Partie nach 24...Tg8

5. Partie nach 24...Tg8

Nachdem Euwe in der 17. Partie erneut verkürzen konnte, reagierte Aljechin nicht wie üblich gleich mit einem Sieg. Dennoch ließ er nichts mehr anbrennen: Er entschied die 21., 22., 24. und 25. Partie für sich und war somit schon fünf Partien vor dem geplanten Ende am Ziel.

Nach über 50 Jahren in der Geschichte offizieller Weltmeisterschaften war es nun erstmals einem Spieler gelungen, seinen verlorenen Titel zurück zu gewinnen! Euwe erwies sich nicht nur als fairer Weltmeister, sondern auch als fairer Verlierer. Er bezeichnete Aljechin als besten Spieler der Welt.

Aljechin selbst strotzte nun wieder vor Selbstvertrauen und willigte in eine Weltmeisterschaft gegen Michail Botwinnik ein, doch der II. Weltkrieg ließ es nicht mehr dazu kommen. Nach dem Krieg war erneut ein Aufeinandertreffen der beiden geplant, obwohl Aljechin durch sein Verhalten im Krieg inzwischen in Ungnade gefallen war. Wieder stimmte Aljechin dem Match zu, starb aber, bevor es zustande kam. Aljechin war zwar nicht als Weltmeister in die Sowjetunion zurück gekehrt, aber zumindest war er zeitlebens Weltmeister geblieben.

Klassische Weltmeisterschaften in der caissa schach-chronik

Chronik
WM
   > Klassische WM
      > Epoche 1886-1946
         > 1937

Finalergebnisse

5.10. bis 7.12.1937
Niederlande
Rechte Spalte: jeweiliger Spielstand
Max Euwe
Max Euwe
Niederlande
Alexander Aljechin
Alexander Aljechin
Frankreichs
15½
1 1 0 1:0 14 0 1 5½:8½
2 0 1 1:1 15 ½ ½ 6:9
3 ½ ½ 1½:1½ 16 ½ ½ 6½:9½
4 ½ ½ 2:2 17 1 0 7½:9½
5 1 0 3:2 18 ½ ½ 8:10
6 0 1 3:3 19 ½ ½ 8½:10½
7 0 1 3:4 20 ½ ½ 9:11
8 0 1 3:5 21 0 1 9:12
9 ½ ½ 3½:5½ 22 0 1 9:13
10 0 1 3½:6½ 23 ½ ½ 9½:13½
11 ½ ½ 4:7 24 0 1 9½:14½
12 ½ ½ 4½:7½ 25 0 1 9½:15½
13 1 0 5½:7½  

Download/Nachspielen der Partien des Zyklus

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WM-Epoche 1886 - 1946

Bis zum Tode Aljechins wählte der jeweilige Weltmeister seinen Herausforderer selbst aus. Hierbei spielten oft auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Die Regeln der einzelnen Wettkämpfe wurden jeweils individuell vereinbart.

WM aktuell

Topalow droht mit Ausstieg
Radjobov ist Kandidat
Gashimov verpasst seine Chance
Vorteil Radjabov
Vorne weiter Eljanow

Aktuelle Weltmeisterschaften
im caissa schach-magazin

Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksThe Week in ChessChessBaseBrasilBase und zahlreiche Printmedien.

Rechte an dieser Seite

Text: Rainer Osenberg, Bilder: unbekannt (Marshall, gemeinfrei Details), unbekannt (Aljechin gegen Euwe, Details), Rainer Osenberg (Brett, gemeinfrei Details), unbekannt (Euwe, Details), unbekannt (Aljechin, gemeinfrei Details)

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