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caissa schach chronik - Weltmeisterschaft

Kasparow wahrer Weltmeister

WM 1993: Sieg gegen Nigel Short

Auch die Zeit zwischen den WM 1990 und 1993 waren ereignisreich: Die Sowjetunion und die Tschechoslowakei hörten auf zu existieren und zerfielen. Dies galt auch für Jugoslawien, wo es aufgrund dessen zu einem jahrelangen grausamen Krieg kam. Deutschland wurde von zahlreichen Anschlägen gegen ausländische Mitbürger wie z.B. in Rostock und Solingen erschüttert. In den USA, wo Bill Clinton Präsident wurde, war ein - mehr oder weniger fehlgeschlagenes - Attentat auf das World Trade Center zu beklagen.

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Kandidatenwettkämpfe

15 Spieler qualifizierten sich für die Kandidatenwettkämpfe, Vizeweltmeister Anatoli Karpow genoss ein Freilos im Achtelfinale. Darüber hinaus waren die Halbfinalisten des letzten Kandidatenturnies, Artur Jussupow (Sowjetunion), Jonathan Speelman (England) und Jan Timman (Niederlande) für das Achtelfinale des Kandidatenturniers gesetzt.

Boris Gelfand, Wassyl Iwantschuk, Alexei Drejew, Sergei Dolmatow, Leonid Judassin (alle Sowjetunion), Nigel Short (England), Viswanathan Anand (Indien), Viktor Kortschnoi (Schweiz), Predrag Nikolic (Jugoslawien), Robert Hübner (Deutschland) und Gyuala Sax (Ungarn) qualifizierten sich beim Interzonenturnier in Manila.

Die Kandidatenwettkämpfe erstreckten sich über fast zwei Jahre.

Achtelfinale

Im Achtelfinale wurden an verschiedenen Orten sieben Matsches ausgestragen. Vizeweltmeister Karpow hatte ein Freilos. Acht Partien entschieden üer die Qualifikation für das Viertelfinale. Alle Achtelfinals fanden im Januar und Februar 1991 statt, allerdings an verschiedenen Orten.

Madras (Indien)

Bei seinem „Heimspiel“ setzte sich Viswanthan Anand deutlich gegen Alexei Drejew durch.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6
Viswanathan Anand (Indien) 1 ½ 0 1 1 1
Alexei Drejew (UdSSR) 0 ½ 1 0 0 0
London

Die beiden Engländer im Feld trafen bereits im Achtelfinale aufeinander. In London setzte sich Nigel Short erst in der „Verlängerung“ durch.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Nigel Short (England) 1 ½ 0 ½ 0 1 ½ ½ ½ 1
Jonathan Speelman (England) 0 ½ 1 ½ 1 0 ½ ½ ½ 0
Sarajevo

Gleich zwei Matches wurden in Sarajevo ausgetragen, darunter das des Lokalmatadoren Predrag Nikolic gegen Boris Gelfand. Auch Timman und Hübner kämpften hier um den Einzug ins Viertelfinale. Während Hübner ohne eigenen Sieg vorzeitig ausschied, mussten Gelfand und Nikolic in die „Verlängerung“.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Boris Gelfand (UdSSR) ½ 0 1 ½ ½ 1 ½ 0 ½ 1
Predrag Nikolic (Jugoslawien) ½ 1 0 ½ ½ 0 ½ 1 ½ 0
Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7
Jan Timman (Niederlande) ½ ½ 1 ½ 1 ½ ½
Robert Hübner (Deutschland) ½ ½ 0 ½ 0 ½ ½
Riga

Zum Duell zweier sowjetischer Spieler kam es im lettischen Riga. Dabei gewann Iwantschuk gleich die ersten vier Partien und benötigte anschließend nur noch ein Remis.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5
Wassyl Iwantschuk (UdSSR) 1 1 1 1 ½
Leonid Judassin (UdSSR) ½ 0 0 0 0 ½
Wijk aan Zee

Zwei Matches fanden im nordholländischen Wijk aan Zee statt. Sowohl Kortschnoi gegen Sax als auch Jussupow gegen Dolmatow brauchten zusätzliche Partien, um ihre Gegner zu besiegen.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Artur Jussupow (UdSSR) ½ ½ ½ ½ 0 ½ ½ 1 1 0 1 ½
Sergei Dolmatow (UdSSR) ½ ½ ½ ½ 1 ½ ½ 0 0 1 0 ½
Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Viktor Kortschnoi (Schweiz) ½ ½ ½ ½ 1 0 ½ ½ 1 ½
Gyuala Sax (Ungarn) ½ ½ ½ ½ 0 1 ½ ½ 0 ½

Viertelfinale

Im August 1991 wurden die Viertelfinals in Brüssel ausgetragen. Auch hier waren acht Partien vorgesehen. Artur Jussupow war der einzige Spieler, der in seinem Wettkampf gegen Wassyl Iwantschuk zusätzliche Partien benötigte. Die Entscheidung fiel in der besonders ansehnlichen 9. Partie. In den Matches zwischen Karpow und Anand sowie Short und Gelfand fiel die Entscheidung durch einen Sieg in der achten Partie. Jan Timman dagegen setzte sich gegen Kortschnoi bereits vorzeitig durch.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8
Anatoli Karpow (UdSSR) ½ ½ ½ 1 ½ 0 ½ 1
Viswanathan Anand (Indien) ½ ½ ½ 0 ½ 1 ½ 0
Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8
Nigel Short (England) 5 0 1 1 ½ 1 0 ½ 1
Boris Gelfand (UdSSR) 3 1 0 0 ½ 0 1 ½ 0
Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Artur Jussupow (UdSSR) ½ 1 0 ½ 0 ½ ½ 1 1 ½
Wassyl Iwantschuk (UdSSR) ½ 0 1 ½ 1 ½ ½ 0 0 ½
Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7
Jan Timman (Niederlande) ½ 1 1 ½ ½ ½ ½
Viktor Kortschnoi (Schweiz) ½ 0 0 ½ ½ ½ ½

Halbfinale

Im April 1992 wurden in Linares die beiden Halbfinals gespielt. Hierfür waren jeweils zehn Partien angesetzt. Anatoli Karpow, der sich seit 1975 für jedes WM-Finale qualifiziert hatte, musste sich Nigel Short geschlagen geben. Jan Timman besiegte Artur Jussupow.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Nigel Short (England) 6 0 ½ ½ 1 ½ 1 0 1 ½ 1
Anatoli Karpow (UdSSR) 4 1 ½ ½ 0 ½ 0 1 0 ½ 0
Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Jan Timman (Niederlande) 6 0 ½ ½ 1 0 1 ½ 1 ½ 1
Artur Jussupow (UdSSR) 4 1 ½ ½ 0 1 0 ½ 0 ½ 0

Kandidatenfinale

Zwei Jahre, nachdem die Achtelfinals des Kandidatenturniers ausgetragen worden waren, kam es im spanischen San Lorenzo del Escorial endlich zum Kandidatenfinale. Dieses sollte sich über 14 Partien erstrecken. Nigel Short setzte sich jedoch frühzeitig gegen Jan Timman durch.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
Nigel Short (England) ½ 0 1 1 ½ ½ 0 ½ 1 1 0 1 ½
Jan Timman (Niederlande) ½ 1 0 0 ½ ½ 1 ½ 0 0 1 0 ½

Klassische Weltmeisterschaften in der caissa schach-chronik

Chronik
WM
   > Klassische WM
      > Epoche 1993-2004
         > 1993

Finalergebnisse

6.9. bis 21.10.1993
London
Rechte Spalte: jeweiliger Spielstand
Garri Kasparow
Garri Kasparow
Russland
Nigel Short
Nigel Short
England
12½
1 1 0 1:0 11 ½ ½ 8:3
2 ½ ½ 1½:½ 12 ½ ½ 8½:3½
3 1 0 2½:½ 13 ½ ½ 9:4
4 1 0 3½:½ 14 ½ ½ 9½:4½
5 ½ ½ 4:1 15 1 0 10½:4½
6 ½ ½ 4½:1½ 16 0 1 10½:5½
7 1 0 5½:1½ 17 ½ ½ 11:6
8 ½ ½ 6:2 18 ½ ½ 11½:6½
9 1 0 7:2 19 ½ ½ 12:7
10 ½ ½ 7½:2½ 20 ½ ½ 12½:7½

Download/Nachspielen der Partien des Zyklus

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WM-Epoche 1993 - 2005

Zwischen 1993 und 2005 wurden zwei parallele Weltmeisterschaften ausgetragen. Ursache war die Abspaltung der PCA von der Fide 1993. Schon den Zeitgenossen galt die WM der PCA bzw. der Nachfolgeorganisation Braingames als die wichtigere. Diese Ära endete erst durch die Wiedervereinigungs-WM 2006.

WM aktuell

Topalow droht mit Ausstieg
Radjobov ist Kandidat
Gashimov verpasst seine Chance
Vorteil Radjabov
Vorne weiter Eljanow

Aktuelle Weltmeisterschaften
im caissa schach-magazin

Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksThe Week in ChessChessBaseBrasilBase und zahlreiche Printmedien.

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Text: Rainer Osenberg, Bilder: Bob McNeely, White House (Clinton, gemeinfrei Details), unbekannt (London, gemeinfrei Details), Rainer Osenberg (Brett, gemeinfrei Details), Copyright 2007, S.M.S.I., Inc. - Owen Williams, Th (Kasparow, cc-by-sa 3.0 Details), unbekannt (Short, cc-by-sa 3.0 Details), Copyright 2007, S.M.S.I., Inc. - Owen Williams, Th (Kasparow gegen Karpow, cc-by-sa 3.0 Details), Amstuzmarco (Bern, gemeinfrei Details), Holger Ellgaard (Brandt, cc-by 3.0 Details)

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