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caissa schach chronik - WeltmeisterschaftDuell in den WolkenWM 1995: Kasparow schlägt Anand Zwischen Kasparows Siegen gegen Short und Anand wurden in Deutschland die Pflegeversicherung und das Schengener Abkommen eingeführt und dafür endlich der Homosexuellenparagraph gestrichen. Michael Schumacher war erstmals Formel-1-Weltmeister geworden, in dem Jahr, in dem an einem Wochenende Ayrton Senna und Ratzeberger in Imola starben. Kaufhauserpresser „Dagobert“ war ebenso gefasst worden wie der „Peanuts“-Schneider.
Ein eigener Qualifikationszyklus
Über den Dächern von New York Die Trennung zwischen PCA und Fide hatte sich längst manifestiert, als Anand und Kasparow 1995 um den nächsten Titel der PCA spielten. Die Vermarktung der Schach-WM erreichte eine neue Dimension: Potente Sponsoren waren gefunden worden und über den Dächern von New York, auf der Aussichtsplattform des World Trade Centers, hatten auch Zuschauer, die ansonsten nichts mit Schach am Hut hatten, die Gelegenheit, einen Blick auf das Match zu werden. Doch der Reihe nach … Mit dem Qualifikationsturnier im niederländischen Groningen, zu dem die Teilnehmer nach der Trennung der Schachwelten eingeladen wurden, begann der erste eigene Qualifikationszyklus der PCA. Dieses Turnier wurde Ende 1993 als elfrundiges Schweizer Turnier ausgespielt. Der Engländer Michael Adams und der Inder Viswanathan Anand lagen punktgleich vor den ebenfalls punktgleichen Gata Kamsky (USA), Wladimir Kramnik (Russland), Sergei Tiwjakow (Russland), Boris Gulko (USA) und Oleg Romanischin (Ukraine). Anzeige
Im Frühsommer 1994 fand im Trump Tower von New York das Kandidatenturnier statt. Neben den Qualifikanten aus dem Qualifikationsturnier war Nigel Short als Vizeweltmeister gesetzt. Short hatte große Mühe, in der zweiten Verlängerung den russisch-stämmigen Amerikaner Boris Gulko zu besiegen. Noch knapper erledigte sein Landsmann Michael Adams seine Aufgabe gegen Sergei Tiwjakow. Er benötigte gar eine dritte Verlängerung. Viswanathan Anand gegen Oleg Romanischin und Gata Kamsky gegen Wladimir Kramnik siegten dagegen jeweils glatt. Das spanische Linares war im Spätsommer Austragungsort der Kandidatenhalfinals. Diese waren auf zehn Partien ausgelegt, die aber in beiden Fällen nicht ausgeschöpft wurden. Anand besiegte seinen Gegner Adams genauso glatt mit 5½:1½ wie Kamsky Nigel Short. Viswanathan Anand und Gata Kamsky sollten also um die Herausforderung spielen. Im Hauptort Gran Canarias, Las Palmas, trafen die beiden im Frühjahr 1995 aufeinander. In der ersten Partie siegte der Amerikaner, dem aber kein weiterer Erfolg mehr gelang. Am Ende hatte der Inder mit 6½:4½ Punkten die Nase vorn und war der nächste Herausforderer des Weltmeisters. Über den Dächern von New York
»Gewinnen beim Schach Garri Kasparow Anand und Kasparow hatten einen spektakulären Ort für ihr Match ausgewählt: die Aussichtsplattform des World Trade Centers von New York. Die erste Partie um den Titel fand am 11. September 1995 statt, auf den Tag genau sechs Jahre, bevor das World Trade Center Ziel des Terrorangriffs wurde. In rund 400 m Höhe über dem Boden spielten also Anand und Kasparow um den Titel und ein Preisgeld von 1,5 Millionen US-Dollar, von denen zwei Drittel an den Sieger gehen sollten. Das Match sollte 20 Partien umfassen, ein Unentschieden sollte Kasparow zur Titelverteidigung reichen. Anand hatte sich sehr intensiv auf den Wettkampf vorbereitet und hoffte, den inzwischen seit zehn Jahren amtierenden Weltmeister entthronen zu können. Schlecht vorbereitet war dagegen New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani, der symbolisch den ersten Zug für Anand ausführte und 1.c4 spielte. Anand korrigierte dies natürlich zu seinem gewohnten 1.e4. Die ersten acht Partien endeten allesamt Remis, und das in teilweise recht kurzer Zeit. Das Fachpublikum war darüber „not amused“. So war die Freude über den ersten vollen Punkt umso größer. Diesen verbuchte der indische Herausforderer nach sehr gutem positionellen Spiel in der 9. Partie für sich.
10. Partie nach 21.Lxh8 Nun kam endlich Leben in das Match. In der 10. Partie brauchte Kasparow für seine ersten 21 Züge gerade einmal sechs Minuten – der guten Vorbereitung sei Dank. Der Weltmeister brillierte nun endlich einmal und glich das Match rechtzeitig zur „Halbzeit“ aus. Auch in der 11. Partie wirkte der Weltmeister nun aufgeweckter und überraschte seinen Gegner mit einer schönen Kombination. Erstmals bedeutete das die Führung für Kasparow. Der Weltmeister eilt davonAuch in der 12. Partie war ein Sieg Kasparows möglich, es wurde aber schließlich Remis vereinbart. In der folgenden Partie spielte Anand ungewohnt schwach und erlaubte dem schwarzen Kasparow einen leichten Sieg. Partie 14 brachte dann erstmals bei dieser WM schwere Zeitprobleme in einer komplizierten Stellung mit sich. Am Ende hatte erneut Kasparow das bessere Ende der Partie für sich und hatte nun einen beruhigenden Drei-Punkte-Vorsprung. Der Herausforderer gab sich nun praktisch auf. Außer in der langen 17. Partie, die ebenfalls remis endete, kam es nur noch zu einigen Kurzremis. Nach 18 Partien stand Kasparows Titelverteidigung bereits fest. Der alte und neue Weltmeister meinte später, Anand sei psychologisch nicht so gut vorbereitet gewesen wie schachlich und machte daran seinen letztlich deutlichen Sieg fest. |
Chronik
Finalergebnisse
Download/Nachspielen der Partien des Zyklus Anzeige
WM-Epoche 1993 - 2005 Zwischen 1993 und 2005 wurden zwei parallele Weltmeisterschaften ausgetragen. Ursache war die Abspaltung der PCA von der Fide 1993. Schon den Zeitgenossen galt die WM der PCA bzw. der Nachfolgeorganisation Braingames als die wichtigere. Diese Ära endete erst durch die Wiedervereinigungs-WM 2006. WM aktuell Topalow droht mit Ausstieg Aktuelle Weltmeisterschaften Quellen und mehr Informationen Mark Weeks • The Week in Chess • ChessBase • BrasilBase und zahlreiche Printmedien. Rechte an dieser Seite Text: Rainer Osenberg, Bilder: Copyright 2007, S.M.S.I., Inc. - Owen Williams, Th (Kasparow gegen Anand, cc-by-sa 3.0 Details), Rainer Osenberg (Brett, gemeinfrei Details), Rainer Osenberg (Brett, gemeinfrei Details), unbekannt (Anand, Details), Philip Brechler (Groningen, cc-by-sa 3.0 Details), Urban (Trump Tower, cc-by-sa 3.0 Details) Diese Seite merken |
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| chronik WM Klassische WM Epoche 1993-2004 1995 | © 2007-2010 Rainer Osenberg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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