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caissa schach chronik - WeltmeisterschaftLast Minute KramnikWM 2004: Leko scheitert knapp Zwischen Kramniks Titelgewinn und -verteidigung vergingen vier Jahre, doch mit dem Terroranschlag in den USA blieb ein Ereignis dieser Zeit der Weltbevölkerung besonders im Gedächtnis. Dieses gab dem mit einer einem demokratischen Staat unwürdigen Wahlfarce an die Macht gekommenen Präsidenten Bush jun. eine Mission, die er u.a. mit dem Irak-Feldzug zu erfüllen hoffte. In Deutschland hinterließen der Amoklauf in Erfurt und das Jahrhunderthochwasser an der Elbe tragische Eindrücke.
Was waren das noch für Zeiten, in denen in schöner Regelmäßigkeit und relativ einheitlichen, klaren Regeln der Weltmeister ermittelt wurde?! Nach Kramniks Überraschungserfolg 2000 ließ sich der neue Weltmeister vier Jahre Zeit, um seinen Titel zu verteidigen. Es stand nun die erst zweite WM nach 1995 an. Anzeige
Die Wiedervereinigung im RaumeIn der Zwischenzeit wurde – weniger aus Überzeugung denn aus Notwendigkeit – kräftig an der Wiedervereinigung der Schachwelten getüftelt. Im Mai 2002 wurde sogar der „Prager Wiedervereinigungsplan“ präsentiert. Schon darin war vorgesehen, dass der Sieger des Dortmunder Sparkassen-Chess-Meetings gegen Wladimir Kramnik spielen sollte. Außerdem sollten der Fide-Champion von 2002, Ruslan Ponomarjow und der Ranglistenerste Garri Kasparow ein weiteres Match austragen. Die beiden Sieger sollten dann im Herbst 2003 um den einzig wahren WM-Titel spielen. Der Plan wurde mehrheitlich nach dem Motto „Hauptsache Wiedervereinigung“ kommentiert, Kritik wurde jedoch u.a. daran geübt, dass Kasparow trotz seines Titelverlustes privilegiert sein sollte, Anand und Iwantschuk jedoch völlig außen vor blieben. Obschon Präsident Iljumschinow den Prager Plan mit getragen und unterzeichnet hatte, präsentierte die Fide nur gut drei Wochen nach Prag einen neuen Plan. Demnach sollte im Frühjahr ein vierrundiges Turnier mit den drei Auserwählten, Kasparow, Kramnik und Ponomarjow stattfinden, deren beiden Besten im unmittelbaren Anschluss ein Match austragen sollten. Ein Ko-Turnier im Sommer 2003 mit 96 Teilnehmern sollte sechs Teilnehmer ermitteln, die zusammen mit Anand, Iwantschuk, dem Dortmunder Sieger und dem Dritten des Rundenturnieres Matches aus vier Partien spielen sollten. Die Sieger dieser Matches sollten wiederum zusammen mit dem 2. des Turniers der Auserwählten Matches austragen. Die drei Sieger dieser Matches sollten dann zusammen mit dem Weltmeister weitere Matches absolvieren, um schließlich und endlich im Mai 2005 den Zyklus abzuschließen. Kompliziert? – ohne Frage, aber es kam natürlich ohnehin anders. Zunächst wurde noch der ursprüngliche Plan verfolgt, das Match zwischen Kasparow und Ponomarjow sollte im September 2003 in Jalta stattfinden, doch kurz vor dem Start wurde es abgesagt. So blieb am Ende nur das Match zwischen Wladimir Kramnik und dem Sieger der Dortmunder Schachtage 2002, Peter Leko. Sparkassen-Chess-Meeting als KandidatenturnierDas GM-Turnier im Rahmen der Schachtage wurde mit acht Spielern in zwei Gruppen doppelrundig ausgetragen. In der ersten Gruppe lagen der Bulgare Wesselin Topalow und der spanische Kandidat ohne Weltmeisterschaft, Alexei Schirow, mit vier Punkten gleichauf. Im Stechen sicherte sich Schirow den Gruppensieg. Boris Gelfand und der Lokalmatador Christopher Lutz landeten auf den Plätzen. Die Gruppe 2 fand in Jewgeni Barejew aus Russland ihren Sieger. Er landete mit 4 Punkten vor dem Ungarn Peter Leko mit 3½. Der Brite Michael Adams und der Russe Alexander Morosewitsch belegten die Plätze 3 und 4. Im Halbfinale waren jeweils vier Partien vorgesehen, um den Sieger zu ermitteln. Peter Leko benötigte davon nur drei, um Alexei Schirow in die Schranken zu weisen. Dann stand es 2½:½. Wesselin Topalow musste dagegen in die Verlängerung, bis er Jewgeni Barejew knapp besiegen konnte. Die beiden Zweitplazierten der Vorrunde hatten sich also jeweils durchgesetzt. Im Finale von Dortmund gewann Leko die beiden ersten Partien, bevor Topalow noch den Anschluss schaffte. Leko verteidigte mit einem Remis dann aber seinen Vorsprung und stand als Herausforderer von Wladimir Kramnik fest. Kurze WM in der Schweiz
Brissago am Lago Maggiore Als Leko und Kramnik aufeinander trafen, war bereits klar, dass es sich doch um den WM-Kampf und nicht etwa um ein Halbfinale um den wiedervereinigten Titel handeln würde. Gespielt wurde erst zwei Jahre nach Lekos Kandidatur im Centro Dannemann in Brissago. Das Preisgeld betrug 1 Millionen Franken. Nur 14 Partien sollten über die Weltmeisterschaft entscheiden, wobei ein 7:7 Kramnik zur Titelverteidigung reichen sollte. Gleich in der ersten Partie, die er mit schwarzen Steinen zu spielen hatte, zeigte Kramnik einmal mehr seine exzellenten Verteidigungsfähigkeiten. Diese zermürbten den Ungarn anscheinend so sehr, dass er mit fehlerhaftem Spiel Kramnik sogar den Sieg und damit die Führung ermöglichte. Es folgten drei Remis, bis Kramnik seine allererste Niederlage in einer WM-Partie hinnehmen musste – Leko schaffte den Ausgleich. Ungewohnterweise hatte er mit 1.d4 eröffnet. Nach diesem erfolgreichen Versuch blieb Leko bei dieser WM dabei. Kramnik lag und kam zurück
»Mir macht es nichts aus, Wladimir Kramnik In der 8. Partie wurde es dann geradezu dramatisch: Kramnik entschied sich zu einem Damenopfer gegen Turm und drei Bauern, von denen der a-Bauer forsch gen gegnerische Grundlinie marschierte. Doch am Ende hatte Kramnik nur Läufer und Springer für die Dame gewonnen und gab auf. Der Herausforderer führte nun mit 4½:3½. Nach zwei raschen und zwei längeren Remispartien wurde es dann in Partie 13 hochdramatisch. Kramnik entschied sich überraschend für eine ebenso klassische wie scharfe Benoni-Verteidigung, mit der er letztlich den Herausforderer massiv unter Druck setzte. Bis nur noch zwei Könige auf dem Brett standen, wurde von beiden Seiten verbissen gekämpft – aus Sicht des weiter zurück liegenden Russen letztlich vergeblich. Nun stand Kramnik in der letzten Partie gewaltig unter Druck.
14. Partie nach 37.f5 Die letzte, 14. Partie musste der Weltmeister nun bei 6:7 unbedingt gewinnen, um seinen Titel zu behalten – und selbst dabei profitierte er schon von dem vereinbarten Privileg. Kramnik kontrollierte das Spiel und drängte Lekos Stellung immer mehr in Richtung Matt. Leko gab die Partie erst auf, als er schon fast matt gesetzt worden war. Wladimir Kramnik hatte es im letzten Augenblick noch geschafft, seinen Titel zu verteidigen. Wiedervereinigungspläne gingen weiterDie Pläne zur Wiedervereinigung wurden indes weiter verfolgt. Kasparow sollte nun gegen den neuen Fide-Champion, Rustam Kasimdzhanov spielen, doch das Match wurde erst verlegt und dann ad acta gelegt. Als jedoch Kasparow 2005 vom Turnierschach zurück trat, wurden die Karten neu gemischt. Tatsächlich fand dann 2006 die Wiedervereinigung der beiden Schachwelten statt. |
Chronik
Finalergebnisse
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WM-Epoche 1993 - 2005 Zwischen 1993 und 2005 wurden zwei parallele Weltmeisterschaften ausgetragen. Ursache war die Abspaltung der PCA von der Fide 1993. Schon den Zeitgenossen galt die WM der PCA bzw. der Nachfolgeorganisation Braingames als die wichtigere. Diese Ära endete erst durch die Wiedervereinigungs-WM 2006. WM aktuell Topalow droht mit Ausstieg Aktuelle Weltmeisterschaften Quellen und mehr Informationen Mark Weeks • The Week in Chess • ChessBase • BrasilBase und zahlreiche Printmedien. Rechte an dieser Seite Text: Rainer Osenberg, Bilder: Markus Bernet (Brissago, cc-by-sa 2.0 Details), Rainer Osenberg (Brett, gemeinfrei Details), unbekannt (Kramnik, Details), unbekannt (Leko, Details), Mbdortmund (Dortmund, cc-by-sa 3.0 Details) Diese Seite merken |
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| chronik WM Klassische WM Epoche 1993-2004 2004 | © 2007-2010 Rainer Osenberg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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