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caissa schach chronik - Weltmeisterschaft

Last Minute Kramnik

WM 2004: Leko scheitert knapp

Zwischen Kramniks Titelgewinn und -verteidigung vergingen vier Jahre, doch mit dem Terroranschlag in den USA blieb ein Ereignis dieser Zeit der Weltbevölkerung besonders im Gedächtnis. Dieses gab dem mit einer einem demokratischen Staat unwürdigen Wahlfarce an die Macht gekommenen Präsidenten Bush jun. eine Mission, die er u.a. mit dem Irak-Feldzug zu erfüllen hoffte. In Deutschland hinterließen der Amoklauf in Erfurt und das Jahrhunderthochwasser an der Elbe tragische Eindrücke.

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Kandidatenturnier in Dortmund

Dortmunder Schauspielhaus

Dortmunder Schauspielhaus

Der „Prager Plan“ zur Wiedervereinigung der Schachwelten sah unter anderem vor, dass das Sparkassen-Chess-Meeting 2002 in Dortmund zum Kandidatenturnier aufgewertet werden sollte. Wegen der formal nicht recht nachvollziehbaren Privilegien für Ex-Weltmeister Kasparow sagte jedoch mancher Spitzenspieler ab, u.a. Viswanathan Anand.

Ungeachtet der Probleme und Pläne rund um die geplante Wiedervereinigung fand das Dortmunder Turnier statt und brachte seinen Kandidaten hervor. Die acht Teilnehmer spielten zunächst doppelrundig in zwei Gruppen. Anschließend wurde über Kreuz ein Halbfinale über vier Partien gespielt, deren Sieger sich für das Kandidatenfinale qualifizierten.

Vorrunde Gruppe A

Pl. Spieler AS WT BG CL Pkt.
1. Alexei Schirow (ESP) - ½½ ½1 ½1 4
1. Wesselin Topalow (BUL) ½½ - 4
3. Boris Gelfand (ISR) ½0 -
4. Christopher Lutz (GER) ½0 -

In Gruppe A war Wesselin Topalow klar der Elo-Favorit und legte auch gleich los wie die Feuerwehr. Die beiden ersten (Weiß-)Partien gegen Lutz und Gelfand gewann er, bevor es mit Schwarz ein Remis gegen Schirow gab. Nach der Hinrunde führte Topalow mit einem glatten Punkt vor Gelfand und Schirow. In der Rückrunde jedoch verspielte der Bulgare seinen Vorsprung noch, indem er nur noch remisierte. Schirow dagegen siegte in den letzten beiden Runden zweimal und holte Topalow noch ein.

Um den Gruppensieg wurde im Schnellschach gestochen. Mit schwarzen Steinen errang Schirow gegen Topalow ein Remis, um anschließend mit Weiß einen Sieg einzufahren. Schirow wurde also Gruppensieger, Topalow -zweiter.

Vorrunde Gruppe B

Pl. Spieler JB PL MA AM Pkt.
1. Jewgeni Barejew (RUS) - 10 ½½ 11 4
2. Peter Leko (HUN) 01 - ½1 ½½
3. Michael Adams (ENG) ½½ ½0 - ½½
4. Alex. Morosewitsch (RUS) 00 ½½ ½½ - 2

In Gruppe B war Michael Adams nach seinem Rating der Favorit. Die Akzente setzte aber der Russe Jewgeni Barejew, der zum Auftakt mit Schwarz gegen Morosewitsch und mit Weiß gegen Leko siegte. Da ansonsten keine Entscheidungen fielen, lag Barejew nach der Vorrunde einen Punkt vor Adams und gleich 1½ vor Leko und Morosewitsch. Auch hier änderte sich das Bild noch in den letzten beiden Runden. Barejew gelang noch ein weiterer Sieg und somit der Gruppensieg. Peter Leko aber siegte in den beiden Schlussrunden noch zweimal, in der letzten Runde schlug er seinen Konkurrenten um Platz 2, Michael Adams, und setzte sich entscheidend von ihm ab.

Halbfinale

Spieler Pkt. 1 2 3
Peter Leko (Ungarn) 1 ½ 1
Alexei Schirow (Spanien) 0 ½ 0

Das Halbfinale fand vom 13. bis 17. Juli statt und erstreckte sich über jeweils vier Partien. Beide Gruppensieger wurden gleich im ersten Spiel kalt erwischt und verloren mit weißen Steinen. Barejew konnte gegen Topalow immerhin sofort kontern, während sich Schirow in seiner Weißpartie gegen Leko mit einem Remis begnügen musste. Leko setzte mit Schwarz sogleich nach und stand schon nach drei Partien als erster Endspielteilnehmer fest.

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6
Wesselin Topalow (Bulgarien) 1 0 0 1 ½ 1
Jewgeni Barejew (Russland) 0 1 1 0 ½ 0

Barejew und Topalow machten es spannender: Der Russe gewann die 3. Partie mit Weiß und hatte damit das Match gedreht. Doch diesmal war es an Topalow zu kontern – 2:2. Das Schnellschach musste entscheiden. Er holte sich der Bulgare mit Schwarz das Remis, um anschließend mit Weiß den entscheidenden Sieg einzufahren. Die beiden Zweitplazierten der Vorrunde hatten sich also durchgesetzt.

Kandidatenfinale

Spieler Pkt. 1 2 3 4
Peter Leko (Ungarn) 1 1 0 ½
Wesselin Topalow (Bulgarien) 0 0 1 ½

Auch das Kandidatenfinale sollte vier Partien umfassen und wurde vom 18. bis 21. Juli gespielt. Der Ungar Peter Leko erwischte einen Traumstart und legte gleich ein 2:0 vor. Doch Wesselin Topalow erwies sich als Kämpfernatur und stemmte sich gegen die Niederlage. In der 3. Partie siegte er mit Schwarz. In der abschließenden 4. Partie jedoch musste er sich den Verteidigungsqualitäten Lekos geschlagen geben und schaffte nur ein Remis. Peter Leko, der erst in der 5. Partie des Turniers erstmals als Sieger vom Brett gehen konnte, hatte die Kandidatur erspielt.

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Klassische Weltmeisterschaften in der caissa schach-chronik

Chronik
WM
   > Klassische WM
      > Epoche 1993-2004
         > 2004

Finalergebnisse

15.9. bis 18.10.2004
Brissago, Schweiz
Rechte Spalte: jeweiliger Spielstand
Wladimir Kramnik
Wladimir Kramnik
Russland
Peter Leko
Peter Leko
Ungarn
7 7
1 1 0 1:0 8 0 1 3½:4½
2 ½ ½ 1½:½ 9 ½ ½ 4:5
3 ½ ½ 2:1 10 ½ ½ 4½:5½
4 ½ ½ 2½:1½ 11 ½ ½ 5:6
5 0 1 2½:2½ 12 ½ ½ 5½:6½
6 ½ ½ 3:3 13 ½ ½ 6:7
7 ½ ½ 3½:3½ 14 1 0 7:7

Download/Nachspielen der Partien des Zyklus

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WM-Epoche 1993 - 2005

Zwischen 1993 und 2005 wurden zwei parallele Weltmeisterschaften ausgetragen. Ursache war die Abspaltung der PCA von der Fide 1993. Schon den Zeitgenossen galt die WM der PCA bzw. der Nachfolgeorganisation Braingames als die wichtigere. Diese Ära endete erst durch die Wiedervereinigungs-WM 2006.

WM aktuell

Topalow droht mit Ausstieg
Radjobov ist Kandidat
Gashimov verpasst seine Chance
Vorteil Radjabov
Vorne weiter Eljanow

Aktuelle Weltmeisterschaften
im caissa schach-magazin

Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksThe Week in ChessChessBaseBrasilBase und zahlreiche Printmedien.

Rechte an dieser Seite

Text: Rainer Osenberg, Bilder: Markus Bernet (Brissago, cc-by-sa 2.0 Details), Rainer Osenberg (Brett, gemeinfrei Details), unbekannt (Kramnik, Details), unbekannt (Leko, Details), Mbdortmund (Dortmund, cc-by-sa 3.0 Details)

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