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caissa schach chronik - Weltmeisterschaft

Die Wiedervereinigung

WM 2006: Kramnik siegt bei Toiletgate

Das bewegendste Ereignis zwischen den Weltmeisterschaften 2004 und 2006 war zweifellos der Tsunami im Indischen Ozean, der Hunderttausende Todesopfer forderte, aber auch zum Symbol einer weltweiten Solidarität wurde. Deutschland erlebte in diesem Zeitraum mit der Fußball-WM sein „Sommermärchen“ und wurde – wenn man der Boulevardpresse glauben mag – auch noch Papst. Angela Merkel wurde Kanzlerin und in deutschen Zügen wurde ein Terroranschlag vereitelt. Immerhin: Im Irak waren die erwarteten Waffen nicht gefunden worden, was Saddam Hussein nicht vor der Todesstrafe rettete.

  • WM 2006
  • • Wiedervereinigung

Im Jahr 2006 kam es endlich zur Wiedervereinigung der beiden nun 13 Jahre getrennten Schachwelten. In Elista spielten Fide-Weltmeister Wesselin Topalow und der klassische Weltmeister Wladimir Kramnik um den Titel. Doch mit nur einer Weltmeisterschaft war es nicht getan, ein ebenso komplizierter wie langwieriger Plan zur Wiedervereinigung stand erst an seinem Beginn.

Schaubild der WM 2006 bis 2010

World Cup 2005 Kandidatenturnier 2007 WM-Turnier 2007 Fide-WM 2005 WM 2004 WM 2006 WM 2008 World Cup 2007 Kandidatenfinale 2009 WM 2010

WM-Zyklus 2006 bis 2010 (interaktiv)

Die ursprüngliche Planung der Fide

Mit der WM 2005 hatte sich die Fide vom umstrittenen Ko-System zur Ermittlung ihres Weltmeisters abgewandt und ein Rundenturnier mit klassischer Bedenkzeit eingeführt. Auch für das Jahr 2007 war ein Turnier mit acht Teilnehmern geplant, die sich über den World Cup 2005 und das Kandidatenturnier 2007 qualifizieren sollten. Wesselin Topalow als Fide-Weltmeister 2005 war selbstverständlich für die WM 2007 gesetzt.

Bei der Wiedervereinigungs-WM 2006 ging es nicht nur um den Titel, sondern auch um den für Wesselin Topalow reservierten Platz beim WM-Turnier 2007. Im Falle des Sieges Kramniks stand diesem also auch Topalows WM-Platz zu.

Doch Kramniks Priviligien gingen noch weiter und hatten fast schon Karpowsche Züge: Sollte Kramnik den 2006 errungenen Titel 2007 nicht verteidigen können, stand ihm 2008 ein Revanche- Wettkampf gegen den Weltmeister 2007 zu.

Wesselin Topalow hatte sich im Gegensatz zu Kramnik – der Vergleich zur Spielweise liegt nahe – nicht ganz so stark abgesichert. Dennoch genoss auch er Privilegien. Im Falle einer Niederlage 2006 wurde Topalow zugestanden, 2008/09 gegen den Sieger des World Cups 2009 antreten, um den Herausforderer des Weltmeisters 2008 zu ermitteln.

Mit der WM 2010 endete der „ewige Zyklus“. Allerdings konnte sich Topalow aufgrund seines Fide-Titels 2005 auch noch in das Kandidatenturnier zur WM 2012 einschleichen.

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Klassische Weltmeisterschaften in der caissa schach-chronik

Chronik
WM
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         > 2006

Finalergebnisse

23.9. bis 13.10.2006
Elista, Russland
Rechte Spalte: jeweiliger Spielstand
Wladimir Kramnik
Wladimir Kramnik
Russland
Wesselin Topalow
Wesselin Topalow
Bulgarien
1 1 0 1:0 9 0 1 4:5
2 1 0 2:0 10 1 0 5:5
3 ½ ½ 2½:½ 11 ½ ½ 5½:5½
4 ½ ½ 3:1 12 ½ ½ 6:6
5 + 3:2 T1 ½ ½ 6½:6½
6 ½ ½ 3½:2½ T2 1 0 7½:6½
7 ½ ½ 4:3 T3 0 1 7½:7½
8 0 1 4:4 T4 1 0 8½:7½

Download/Nachspielen der Partien des Zyklus

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WM-Epoche seit 2006

2006 gelang endlich die Vereinigung der seit 1993 getrennten Weltmeisterschaften. Da eine Reihe von Privilegien und Bedingungen vereinbart wurden, erstreckten sich die Vereinigungs-WM bis 2010.

WM aktuell

Topalow droht mit Ausstieg
Radjobov ist Kandidat
Gashimov verpasst seine Chance
Vorteil Radjabov
Vorne weiter Eljanow

Aktuelle Weltmeisterschaften
im caissa schach-magazin

Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksThe Week in ChessChessBaseBrasilBase und zahlreiche Printmedien.

Rechte an dieser Seite

Text: Rainer Osenberg, Bilder: unbekannt (Iljumschinow, cc-by 3.0 Details), Rainer Osenberg (Brett, gemeinfrei Details), unbekannt (Kramnik, Details), unbekannt (Topalow, gemeinfrei Details), Rainer Osenberg (Wiedervereinigung, cc-by-sa 3.0 Details)

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