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caissa schach chronik - Weltmeisterschaft

Anand holt sich den Titel

WM 2007: Überzeugender Sieg in Mexiko

Die WM 2007 sollte als Turnier ausgespielt werden. Topalows Platz nahm vereinbarungsgemäß Wladimir Kramnik als neuer Weltmeister „aller Klassen“ ein. Zwischen den Weltmeisterschaften 2006 und 2007 stieg indes das Bewusstsein in Deutschland, dass das Wetter sich ändert. Auf den wärmsten Winter aller (aufgezeichneten) Zeiten war ein warmer Frühling gefolgt. Doch erst im Herbst wurde es für die Schachwelt wieder ernst.

Die Weltmeisterschaft 2007 sollte, wie schon die Fide-WM 2005 als Doppelrundenturnier mit acht Spielern ausgetragen werden. Komplikationen – wenn auch durchaus positiver Art – erggaben sich durch die inzwischen erfolgte Wiedervereinigung zwischen den Fide-Weltmeisterschaften und denen im klassischen Schach. Wladimir Kramnik hatte 2006 den Titel gewonnen, war aber ursprünglich nicht als WM-Teilnehmer vorgesehen. Gemäß der bei der Wiedervereinigung getroffenen Vereinbarung musste Topalow durch seine Niederlage in Elista auch seinen Platz im Teilnehmerfeld von Mexiko quittieren.

World-Cup-Lotto als Qualifikation

Mexiko City

Das Ziel: Mexiko City

Über ihr Rating, eine Nominierung oder auch klassisch über Zonen- oder Kontinentalturniere qualifizierten sich 128 Spieler für den World Cup im westsibirischen Chanty-Mansijsk. Dieser stellte Ende 2005 den ersten großen Schritt in Richtung Mexiko dar. Gespielt wurde im weiterhin umstrittenen Ko-Modus, bei dem in den meisten Runden nur zwei Partien gegeneinander die Entscheidung bringen sollten, jeder Fehler also das sofortige Aus bedeuten konnte. So schied z.B. Elo-Favorit Wassyl Iwantschuk bereits in der 2. Runde aus. Die besten elf Spieler qualifizierten sich schließlich für den nächsten, entscheidenden Schritt nach Mexiko.

Im Frühjahr 2007 trafen die Qualifikanten in Elista auf die gesetzten Spieler. Dies waren die Fünft- bis Achtplazierten der Fide-WM in San Luis. Gespielt wurden zwei Runden, die aus je sechs Partien bestanden. Bei Gleichstand entschieden zunächst vier Schnellschach-, danach Blitzschachpartien. Die 16 Teilnehmer kämpften um nur vier Plätze bei der WM, da die vier Bestplazierten von San Luis gesetzt waren. Letztlich qualifizierten sich Lewon Aronjan, Peter Leko, Boris Gelfand und Alexander Grischtschuk für das WM-Turnier.

Viele Remis in Mexiko

»Man muss nicht gut spielen.
Es reicht, wenn man
besser spielt als der Gegner.«

Siegbert Tarrasch

Acht Topspieler kämpften ab dem 13.9.2007 um den Weltmeistertitel. Zu Beginn remisierten alle Kontrahenten in teilweise aber durchaus umkämpften Partien. Am zweiten Tag setzten die Favoriten die ersten Ausrufungszeichen: Kramnik besiegte Morosewitsch und Anand mit Schwarz Aronjan. Die beiden Unterlegegen brachten sich am dritten und vierten Wettkampftag mit Siegen gegen Swidler bzw. Leko wieder zurück ins Geschehen. Während dessen trennten sich Anand und Kramnik mit einem Remis, das bis zum Patt ausgespielt wurde.

In der ersten Runde nach dem freien Tag setzte sich Anand erstmals ein wenig ab. Seinem Sieg gegen Peter Swidler konnte Kramnik mit schwarzen Steinen „nur“ ein Remis gegen Leko entgegen setzen. Gelfand schloss mit seinem Sieg gegen Aronjan auf und legte gleich am nächsten Tag gegen Morowewitsch nach. Am Ende der Hinrunde konnte Anand sich noch einmal einen Vorteil verschaffen: Gegen Alexander Grischtschuk fuhr er bereits seinen dritten Sieg ein. Einen halben Punkt hinter Anand lag etwas überraschend Boris Gelfand. Erst auf dem 3. Platz folgte Wladimir Kramnik.

In Runde 8 trotzte Viswanathan Anand seinem ärgsten Widersacher Boris Gelfand ein Remis ab, und setzte sich in Runde 9 durch sein Remis gegen Lewon Aronjan weiter ab, da Kramnik und Gelfand ihre Partien gegen Morosewitsch und Grischtschuk verloren. Für beide blieb es zwar jeweils die einzige Niederlage im Turnier, doch Anand sollte diesen Vorteil nicht mehr aus der Hand geben.

In der zehnten Runde verspielte Wladimir Kramnik beim Remis gegen Anand wohl die letzte Chance auf die Titelverteidigung. Letzterer gewann einen Tag später gegen Morosewitsch und vergrößerte damit seinen Vorsprung, den er nach dem letzten Ruhetag durch drei sichere Remis locker über die Runden brachte. Wladimir Kramnik schaffte es letztlich immerhin noch auf den 2. Platz, indem er in der letzten Runde durch seinen Sieg gegen Aronjan ganz knapp an Gelfand vorbeizog. Kramnik stand außerdem das Recht auf eine Revanche zu.

Tabelle und Ergebnisse

Pl. Spieler VA WK BG PL PS AM LA AG Pkt.
1. Viswanathan Anand (IND) - ½½ ½½ ½½ ½1 9
2. Wladimir Kramnik (RUS) ½½ - ½½ ½1 ½½ 10 ½1 ½½ 8
2. Boris Gelfand (ISR) ½½ ½½ - ½½ ½½ 11 ½0 8
4. Peter Leko (HUN) ½½ ½0 ½½ - ½½ ½1 ½1 7
5. Peter Swidler (RUS) ½½ ½½ ½½ - ½½ ½1
6. Alex. Morosewitsch (RUS) ½0 01 ½0 - ½½ 01 6
6. Lewon Aronjan (ARM) ½0 00 ½½ ½½ - ½1 6
8. Alexander Grischtschuk (RUS) ½½ ½1 ½0 ½0 10 ½0 -

Alle Runden

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1. Runde

Viswanathan Anand - Boris Gelfand ½:½, Alexander Grischtschuk - Peter Leko ½:½, Alexander Morosewitsch - Lewon Aronjan ½:½, Wladimir Kramnik - Peter Swidler ½:½

2. Runde

Wladimir Kramnik - Alexander Morosewitsch 1:0, Peter Swidler - Peter Leko ½:½, Lewon Aronjan - Viswanathan Anand 0:1, Boris Gelfand - Alexander Grischtschuk ½:½

3. Runde

Viswanathan Anand - Wladimir Kramnik ½:½, Peter Leko - Boris Gelfand ½:½, Alexander Morosewitsch - Peter Swidler 1:0, Alexander Grischtschuk - Lewon Aronjan ½:½

4. Runde

Peter Swidler - Boris Gelfand ½:½, Alexander Morosewitsch - Viswanathan Anand ½:½, Lewon Aronjan - Peter Leko 1:0, Wladimir Kramnik - Alexander Grischtschuk ½:½

5. Runde

Peter Leko - Wladimir Kramnik ½:½, Boris Gelfand - Lewon Aronjan 1:0, Alexander Grischtschuk - Alexander Morosewitsch 1:0, Viswanathan Anand - Peter Swidler 1:0

6. Runde

Alexander Grischtschuk - Peter Swidler ½:½, Boris Gelfand - Alexander Morosewitsch 1:0, Peter Leko - Viswanathan Anand ½:½, Lewon Aronjan - Wladimir Kramnik ½:½

7. Runde

Peter Swidler - Lewon Aronjan ½:½, Viswanathan Anand - Alexander Grischtschuk 1:0, Alexander Morosewitsch - Peter Leko ½:½, Wladimir Kramnik - Boris Gelfand ½:½

8. Runde

Peter Leko - Alexander Grischtschuk 1:0, Peter Swidler - Wladimir Kramnik ½:½, Boris Gelfand - Viswanathan Anand ½:½, Lewon Aronjan - Alexander Morosewitsch ½:½

9. Runde

Alexander Grischtschuk - Boris Gelfand 1:0, Alexander Morosewitsch - Wladimir Kramnik 1:0, Viswanathan Anand - Lewon Aronjan ½:½, Peter Leko - Peter Swidler ½:½

10. Runde

Wladimir Kramnik - Viswanathan Anand ½:½, Peter Swidler - Alexander Morosewitsch ½:½, Lewon Aronjan - Alexander Grischtschuk 1:0, Boris Gelfand - Peter Leko ½:½

11. Runde

Peter Leko - Lewon Aronjan ½:½, Boris Gelfand - Peter Swidler ½:½, Viswanathan Anand - Alexander Morosewitsch 1:0, Alexander Grischtschuk - Wladimir Kramnik ½:½

12. Runde

Peter Swidler - Viswanathan Anand ½:½, Alexander Morosewitsch - Alexander Grischtschuk 1:0, Lewon Aronjan - Boris Gelfand 0:1, Wladimir Kramnik - Peter Leko 1:0

13. Runde

Boris Gelfand - Wladimir Kramnik ½:½, Peter Leko - Alexander Morosewitsch 1:0, Lewon Aronjan - Peter Swidler ½:½, Alexander Grischtschuk - Viswanathan Anand ½:½

14. Runde

Peter Swidler - Alexander Grischtschuk 1:0, Alexander Morosewitsch - Boris Gelfand ½:½, Wladimir Kramnik - Lewon Aronjan 1:0, Viswanathan Anand - Peter Leko ½:½

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Klassische Weltmeisterschaften in der caissa schach-chronik

Chronik
WM
   > Klassische WM
      > Epoche seit 2006
         > 2007

Finalergebnisse

13.9. bis 29.9.2007
Mexico City
Pl. Spieler Nat. +- Pkt.
1. Viswanathan Anand Viswanathan
Anand
Flagge Indien 4+ 0– 10= 9,0
2. Wladimir Kramnik Wladimir
Kramnik
Flagge Russland 3+ 1– 10= 8,0
2. Boris Gelfand Boris
Gelfand
Flagge Israel 3+ 1– 10= 8,0
4. Peter Leko Peter
Leko
Flagge Ungarn 2+ 2– 10= 7,0
5. Peter Swidler Peter
Swidler
Flagge Russland 1+ 2– 11= 6,5
6. Alexander Morosewitsch Alexander
Morosewitsch
Flagge Russland 3+ 5– 6= 6,0
6. Lewon Aronjan Lewon
Aronjan
Flagge Armenien 2+ 4– 8= 6,0
8. Alexander Grischtschuk Alexander
Grischtschuk
Flagge Russland 2+ 5– 7= 5,5

Download/Nachspielen der Partien des Zyklus

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WM-Epoche seit 2006

2006 gelang endlich die Vereinigung der seit 1993 getrennten Weltmeisterschaften. Da eine Reihe von Privilegien und Bedingungen vereinbart wurden, erstreckten sich die Vereinigungs-WM bis 2010.

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Vorne weiter Eljanow

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Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksThe Week in ChessChessBaseBrasilBase und zahlreiche Printmedien.

Rechte an dieser Seite

Text: Rainer Osenberg, Bilder: Evilfreak (Mexiko City, cc-by-sa 3.0 Details), Vow (Chanty-Mansijsk, gemeinfrei Details), unbekannt (Elista, gemeinfrei Details)

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