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caissa schach chronik - Fide-Weltmeisterschaft

Ausgeruhter Karpow gewinnt

Fide-WM 1998 in Lausanne

Mit Lady Di starb 1997 ein Mythos, mit Harry Potter wurde ein neuer geboren. Deutschland freute sich über die Europapokalsiege von Borussia Dortmund und Schalke 04 sowie den Sieg Jan Ullrichs bei der Tour de France – damsls noch im Glauben, dies möge mit rechten Dingen zugehen.

Anatoli Karpow 2006

Karpow gewann zum letzten Mal

In einem ganz neuen Format sollte die Fide-Weltmeisterschaft 1998 ausgetragen werden, was zu sehr kontroversen Diskussionen führte und schließlich dazu, dass die Fide-WM von den Schachfreunden in aller Welt endgültig als minderwertig wahrgenommen wurde. Vorgesehen war ein Ko-Turnier, bei dem bis zum Halbfinale nur zwei Partien zwischen den Kontrahenten ausgetragen werden sollten, im Halbfinale dann vier, im Finale sechs. Bei Gleichstand sollten Schnellschach- und im Zweifel auch Blitzpartien über das Weiterkommen entscheiden. Alle Spieler, auch Weltmeister Karpow, sollten bereits in der ersten Runde ins Geschehen eingreifen.

Doch wie so oft kam es anders. Zunächst wurde entschieden, Garri Kasparow als PCA-Weltmeister und Anatoli Karpow als Fide-Weltmeister ins Halbfinale zu setzen. Garri Kasparow wollte jedoch nicht im Ko-System antreten. So änderte die Fide erneut das Programm und setzte Karpow gleich ins Finale, wo dieser ausgeruht auf seinen Gegner warten konnte.

Anand siegt in Groningen

Das Turnier fand Ende 1997 im niederländischen Groningen statt. Schon bevor es richtig los ging, sagte noch Wladimir Kramnik als Erster der Setzliste ab. Schon in der zweiten Runde strauchelten die ersten Favoriten: Wesselin Topalow musste Jeroen Piket gratulieren, Wassyl Iwantschuk unterlag Yasser Seirawan. Im Achtelfinale schied mit Alexander Beljawski gegen Nigel Short ein weiterer Top-Ten-Spieler aus.

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Im Viertelfinale waren mit Anand, Schirow, Gelfand und Adams noch vier Top-Ten-Spieler im Rennen. Nigel Short gegen Michal Krasenkow und Viswanathan Anand gegen Alexei Schirow setzten sich im regulären Viertelfinale durch. Im Schnellschach kamen noch Boris Gelfand gegen Alexei Drejew und Michael Adams gegen Loek van Wely weiter. Anand qualifizierte sich als Erster für das Groninger Finale und schlug in zwei Partien Boris Gelfand. Michael Adams musste gegen seinen Landsmann Short in die Verlängerung.

Das Finale von Groningen – quasi das Kandidatenfinale der WM – war auf vier Partien angesetzt. Diese endeten ebenso wie die vier Schnellschachpartien Remis. In der Verlängerung setzte sich der Vizeweltmeister im klassischen Schach, Viswanathan Anand, schließlich durch. Dieser musste über den Jahreswechsel flugs nach Lausanne eilen, wo Titelverteidiger Karpow bereits auf ihn wartete. Anand hatte dagegen in Groningen 14 reguläre, acht Schnellschach- und eine Blitzpartie spielen müssen.

Anand unterliegt im Schnellschach

So hatte der Weltmeister also einen klaren Vorteil, den er schon in der ersten Partie zu nutzen schien. Doch Karpows Sieg glich Anand unverzüglich aus. In der vierten von sechs Partien siegte Karpow mit schwarzen Steinen, doch in der letzten regulären Partie glich Anand noch aus. Die Entscheidung sollte also im Schnellschach fallen. Obschon dies eine Domäne des Inders ist, unterlag er in beiden Partien. Anatoli Karpow war erneut Weltmeister der Fide.

Die Finalergebnisse

Spieler Pkt. 1 2 3 4 5 6 7 8
Anatoli Karpow (Russland) 5 1 0 ½ 1 ½ 0 1 1
Viswanathan Anand (Indien) 3 0 1 ½ 0 ½ 1 0 0

Die Partien 7 und 8 wurden im Schnellschach ausgetragen.

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Hintergrund Fide-WM

Als sich Weltmeister Kasparow und sein Herausforderer Short 1993 weigerten, die WM unter der Fide zu spielen, teilte sich die Schachwelt, und für mehr als zehn Jahre wurden zwei Weltmeister ermittelt.

WM aktuell

Topalow droht mit Ausstieg
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Gashimov verpasst seine Chance
Vorteil Radjabov
Vorne weiter Eljanow

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Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksThe Week in ChessChessBaseBrasilBase und zahlreiche Printmedien.

Rechte an dieser Seite

Text: Rainer Osenberg, Bilder: El Hombre de Tasmania (Karpow, cc-by-sa 2.0 Details), Philip Brechler (Groningen, cc-by-sa 3.0 Details)

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