Samstag, 31.07.2010 SitemapDatenschutzImpressum/Kontakt
Benutzerdefinierte Suche

caissa schach chronik - Fide-Weltmeisterschaft

Topalow triumphiert

Fide-WM 2005 in San Luis

Als im Herbst 2005 erstmals im neuen Weltmeisterschaftsformat der Fide gespielt wurde, hatte kurze Zeit vorher Joseph Ratzinger als Benedikt der XVI. den Papstthron bestiegen. Seit dem überraschenden Sieg Kasimdzhanovs in Tripolis war Asien vom verheerenden Tsunami heimgesucht worden.

Wesselin Topalow bei der Heimkehr

Fide-Weltmeister Wesselin Topalow

Die Fide lädt zur Wiedervereinigung

Schachlich war die Zeit von immer neuen Wiedervereinigungsplänen der beiden konkurrienden Weltmeisterschaften und der Suche nach einem tauglichen WM-Format geprägt. Nachdem das Vereinigungs-„Halbfinale“ zwischen Rustam Kasimdzhanov und Garri Kasparow geplatzt war, entschied sich die Fide zu einem Turnier mit acht Topspielern. Eingeladen waren Rustam Kasimdzhanov und Michael Adams als die beiden Finalisten der Fide-WM 2004. Um die Wiedervereinigung voran zu treiben, waren auch der klassische Weltmeister Wladimir Kramnik und sein letzter Finalgegner Peter Leko für das Turnier vorgesehen. Aufgrund ihrer aktuellen Ratings wurden dazu Garri Kasparow, Viswanathan Anand, Wesselin Topalow und Alexander Morosewitsch eingeladen.

Garri Kasparow trat jedoch Anfang 2005 vom Turnierschach zurück. Auch Wladimir Kramnik verweigerte seine Teilnahme. Er monierte, dass der Vertrag zur Vereinigung der Schachwelten nicht eingehalten worden sei. Mit dem Teilnahmeverzicht des klassischen Weltmeisters waren die Vereinigungsbemühungen einmal mehr dahin.

Anzeige

Über ihr Rating rückten Peter Swidler und Judit Polgar in das Teilnehmerfeld nach. Erstmals seit 1948 wurde also ein Weltmeister in einem Turnier gekürt. Dieses sollte doppelrundig ausgetragen werden. Bei Gleichstand wurde der direkte Vergleich der punktgleichen Spieler als Zweitwertung herangezogen, als Drittwertung die Anzahl der ezielten Siege.

Doch nicht nur vom sportlich umstrittenen Ko-Format war die Fide 2005 abgerückt. Auch kam endlich wieder eine klassische Bedenkzeit zum Tragen: zwei Stunden für 40 Züge, eine weitere für die nächsten 20 Züge und noch eine für den Rest der Partie.

Topalow setzt ein Ausrufungszeichen

Die beiden Rating-Favoriten, Wesselin Topalow und Viswanathan Anand, starteten jeweils gleich mit einem Schwarzsieg ins Turnier. Topalow bezwang Peter Leko, Anand Judit Polgar. In der zweiten Runde trafen der Bulgare und der Inder direkt aufeinander und remisierten. In Runde 3 waren beide erneut siegreich und behielten die Führung. Doch in der vierten Runde erwischte es Viswanathan Anand gegen Titelverteidiger Rustam Kasimdzhanov, während Topalow seinen Siegeszug fortsetzte. Das Remis gegen Anand in Runde 2 sollte Topalows einziger Punktverlust in der gesamten Hinrunde sein. Die Konkurrenz konnte allenfalls noch auf einen völligen Einbruch des Bulgaren hoffen.

… und gewinnt souverän

Alle Angriffsbemühungen wehrte Wesselin Topalow ab. In der Rückrunde erreichte er in allen Partien ein Remis und lag zu guter letzt 1½ Punkte vor Viswanathan Anand und Peter Swidler. Der Inder belegte durch die Feinwertung den zweiten Platz.

Durch die Änderung des Formats und der Zeitkontrolle gelang es der Fide erstmals seit Jahren, ihren Anspruch auf den wahren Weltmeistertitel anzumelden. Der klassische Weltmeister Wladimir Kramnik stand nach seinem Verzicht und Topalows überragendem Sieg in San Luis nun unter dem Druck, nur noch als Weltmeister zweiter Klasse zu gelten. Entsprechend berief sich Kramnik auf die Prager Abmachung von 2002, nachdem er ein Wiedervereinigungs-Match gegen den Fide-Weltmeister spielen dürfe. Das Match fand 2006 statt und vereinigte endlich die beiden Schachwelten.

Nächste Seite >

Klassische Weltmeisterschaften in der caissa schach-chronik

Chronik
WM
   > Fide-WM
      > 2005

WM-Partien

Download/Nachspielen der Partien des Zyklus

Anzeige

Hintergrund Fide-WM

Als sich Weltmeister Kasparow und sein Herausforderer Short 1993 weigerten, die WM unter der Fide zu spielen, teilte sich die Schachwelt, und für mehr als zehn Jahre wurden zwei Weltmeister ermittelt.

WM aktuell

Topalow droht mit Ausstieg
Radjobov ist Kandidat
Gashimov verpasst seine Chance
Vorteil Radjabov
Vorne weiter Eljanow

Aktuelle Weltmeisterschaften
im caissa schach-magazin

Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksThe Week in ChessChessBaseBrasilBase und zahlreiche Printmedien.

Rechte an dieser Seite

Text: Rainer Osenberg, Bild: Plamen Bonchev (Topalow, gemeinfrei Details)

Diese Seite merken

Twitter   Facebook   StudiVZ   MySpace   Linkarena   Mister Wong   folkd   del.icio.us   Google Bookmarks   Windows Live

chronik  WM  Fide-WM  2005 © 2007-2010 Rainer Osenberg
Du bist der . Besucher.Counter Valid XHTML 1.0 Strict