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caissa schach chronik - Frauen-Weltmeisterschaft

Geschichte der Frauen-WM

Siegerinnen, Berichte, Ergebnisse

Drei Jahre nach der Gründung der Fide anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Paris 1924 fanden im Sommer 1927 zahlreiche starke Spieler zusammen, um ein Turnier der Nationalmannschaften auszuspielen. Später sollte dieses Turnier offiziell Schacholympiade genannt werden. Gleichzeitig spielten zwölf Frauen um die erste Weltmeisterschaft ihres Geschlechts.

Menchik nicht zu schlagen

Die junge Vera Menchik

Vera Menchik,
erste Weltmeisterin

Absolut überlegen siegte die 21-jährige Vera Menchik, eine in Russland geborene Tochter einer Engländerin und eines Tschechen. Nur gegen Edith Mitchell musste Menchik in ein Remis einwilligen, alle anderen Partien gewann sie.

Als Menchik zwei Jahre später zum großartig besetzten Turnier in Karlsbad eingeladen wurde, äußerte sich der Österreicher Albert Becker abfällig über sie: Jeder, der gegen Menchik verlöre, müsse dem „Vera-Menchik-Club“ beitreten. Gerechterweise wurde er selbst gleich das erste Mitglied, gefolgt von Fritz Sämisch.

Frauen-WM im Laufe der Zeit

Die Ära Vera Menchik von 1927 bis 1944 Die 1950er-Jahre Die Ära Nona Gaprindaschwili Die Ära Maia Tschiburdanidse Ergebnisse der WM 1991 Ergebnisse der WM 1993 Ergebnisse der WM 1996 Ergebnisse der WM 1999 Ergebnisse der WM 2000 Ergebnisse der WM 2001 Ergebnisse der WM 2004 Ergebnisse der WM 2006 Ergebnisse der WM 2008

Meilensteine der Frauen-WM

Bis zum II. Weltkrieg fanden fast alle Weltmeisterschaften am gleichen Ort und zur gleichen Zeit statt wie die Olympiade der Männer. 1930 in Hamburg musste Vera Menchik ihre einzige Niederlage bei einem WM-Turnier hinnehmen. Der Deutschen Wally Henschel gelang das Kunststück, eine Partie gegen Menchik zu gewinnen. In Prag 1931, Folkestone 1933 und Warschau 1935 siegte Menchik dagegen ohne jeden Punktverlust, ebenso 1937 in Stockholm.

Dazwischen stand 1937 auf dem Semmering jedoch ein Match gegen die Deutsche Sonja Graf an, das die beiden Spielerinnen privat organisierten, das jedoch von der Fide als WM-Kampf anerkannt wurde. Nur zwei Siege und fünf Remis gelangen Graf in 16 Partien. Zwei Jahre später in Buenos Aires war Graf nahe daran, Menchiks Titel zu gefährden, landete aber „nur“ auf dem 2. Platz.

Vera Menchik starb im Alter von nur 38 Jahren als Weltmeisterin bei einem deutschen Raketenangriff. Der WM-Titel blieb bis 1950 vakant.

Die sowjetische Vorherrschaft

Ende 1949 trafen sich in Buenos Aires 16 Damen, um die Nachfolgerin der verstorbenen Vera Menchik zu ermitteln. Es siegte Ljudmila Rudenko vor Olga Rubzowa und Jelisaweta Bykowa. Die drei Sowjets sollten die nächsten Jahre des Frauenschachs prägen.

1953 verlor Rudenko ihren Titel im Match gegen Jelisaweta Bykowa. 1956 spielten alle Drei ein Turnier, bei dem Olga Rubzowa den Titel an sich reißen konnte. 1958 holte sich Bykowa im Match den Titel wieder und verteidigte ihn 1959 gegen Kira Zworikina.

Beim Kandidatenturnier in Vrnjacka Banja setzte sich 1961 klar die erst 20-jährige Nona Gaprindaschwili durch und wurde somit zur Herausforderin. Im Finale blieb sie unbesiegt und deklassierte Bykowa mit 9:2. 1965, 1969 und 1972 verteidigte sie ihren Titel jeweils erfolgreich gegen Alla Kuschnir, hatte 1972 aber einige Mühe, den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Nana Alexandria hatte dagegen 1975 keine Chance.

Erst 1978 musste Gaprindaschwili ihren Titel abgeben. Die 17-jährige Maia Tschiburdanidse, wie Gaprindaschwili aus Georgien, entriss ihr in Tiflis den Titel. Auch sie behielt den Titel für lange Zeit. 1981 scheiterte Nana Alexandria auch an ihr, später auch Irina Levitina, Elena Achmilowskaja und Nana Iosseliani.

Die Chinesinnen übernehmen das Kommando

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Beim Finale 1991 in Manila verlor Tschiburdanidse überraschend den Titel an die Chinesin Xie Jun, die ihren Titel jedoch nicht so lange halten konnte. Gegen Nana Iosseliani konnte sie den Titel noch klar verteidigen, verlor dann aber 1996 gegen die Ungarin Zsuzsa Polgár.

Diese wiederum verlor ihren Titel auf sehr unschöne Weise: Gerade Mutter geworden, hatte sie die Verlegung der WM beantragt, was jedoch von der Fide abgelehnt wurde. So wurde das Kandidatenfinale zur WM und Xie Jun holte sich gegen Allisa Galljamowa den Titel zurück.

WM im umstrittenen Ko-System

2000 wurde die Weltmeisterschaft erstmals im sportlich fragwürdigen Ko-System ausgetragen. Doch auch hier konnte sich Xie Jun durchsetzen. Im Finale schlug sie die an Nummer 6 gesetzte Landsfrau Qin Kanying.

Bei der nächsten Ausgabe, 2001 in Moskau war Xie Jun nicht dabei. Ihre Nachfolgerin wurde Zhu Chen, die im Tiebreak des Finals gegen die Russin Alexandra Kostenjuk erfolgreich war. Auch 2004 war die Titelverteidigerin nicht an Bord, in erster Linie wohl wegen ihrer Mutterschaft. Es gab allerdings auch Gerüchte, dass der chinesische Verband über ihren Wechsel nach Katar alles andere als begeistert war. Im Finale siegte die Bulgarin Antoaneta Stefanowa gegen Jekaterina Kowalewskaja.

Stefanowa scheiterte bei der nächsten WM schon in Runde 2. Mit Xu Yuhua wurde erneut eine Chinesin Weltmeisterin. Allisa Galljamowa schaffte es im Finale wieder nicht, den Titel zu erringen. Auch für Xu Yuhua war schon in der 2. Runde der Traum von der Titelverteidigung vorbei. Diesmal konnte Alexandra Kostenjuk im Finale den Titel gegen Hou Yifan gewinnen.

Frauen-Weltmeisterschaft bei caissa

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Weltmeisterschaften

1927, 1930, 1931, 1933, 1935, 1937, 1937, 1939 Vera Menchik • 1950 Ljudmilla Rudenko • 1953 Jelisaweta Bykowa • 1956 Olga Rubzowa • 1958 Jelisaweta Bykowa • 1959 Jelisaweta Bykowa • 1962, 1965, 1969, 1972, 1975 Nona Gaprindaschwili • 1978, 1981, 1984, 1986, 1988 Maia Tschiburdanidse • 1991, 1993 Xie Jun • 1996 Zsuzsa Polgár • 1999. 2000 Xie Jun • 2001 Zhu Chen • 2004 Antoaneta Stefanowa • 2006 Xu Yuhua • 2008 Alexandra Kostenjuk

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WM-Hintergrund

Die Frauen-Weltmeisterschaft wird bis einschließlich 2010 im Ko-System gespielt. Die Qualifikation erfolgt in Zonen- und Kontinentalturnieren. In Zukunft soll auch die Weltmeisterin im Match ermittelt werden. Die Weltmeisterin erhält automatisch den GM-Titel.

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Aktuelle Frauen-WM und Qualifikation
im caissa schach-magazin

Quellen und mehr Informationen

Mark WeeksRoger PaigeAjedrez de AtaqueFemminileChesslady

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Text: Rainer Osenberg, Bilder: NASA (Mondlandung, gemeinfrei Details), Deutsches Bundesarchiv (Dietrich, cc-by-sa 3.0 Details), unbekannt (Monroe, gemeinfrei Details), unbekannt (Baez, gemeinfrei Details), Marion Trikosko (Merkel, gemeinfrei Details), Rick, Flickr (Diana, cc-by 2.0 Details), unbekannt (Albright, gemeinfrei Details), Aleph, Wikimedia (Thatcher, cc-by-sa 2.5 Details), unbekannt (Menchik, Details)

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Letzte Aktualisierung

07.02.2010 21:46

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