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caissa schach chronik - Weltmeisterschaften

Chronik der WM

Von der klassischen WM bis zum Chess960

Schon vor 1886 – dem Jahr, in dem Carl Benz sein „Automobil“ zum Patent anmeldete – stand die Frage, wer der beste Schachspieler der Welt sei, stets im Raume. So galten z.B. der Spanier Ruy Lopez, der Schotte Alexander Cunningham, der Preusse Adolf Anderssen und der Böhme Wilhelm Steinitz für eine Zeit als die besten Spieler der Welt.

Klassische Weltmeisterschaften seit 1886

Erste Schach-WM 1886

Erste Schach-WM 1886

Mit dem Match zwischen Johannes Zukertort und Wilhelm Steinitz wurde die Frage nach dem besten Spieler erstmals „offiziell“ geklärt. Steinitz gewann und trug sich als erster Weltmeister in die Annalen ein.

Bis zum II. Weltkrieg wählte sich der jeweilige Weltmeister seinen Gegner selbst aus. Auch die Bedingungen, die ein Herausforderer zu erfüllen hatte, wurden vom Titelträger vorgegegen. Aufgrund dessen kann manches viel versprechende Duell nicht zustande.

Nach dem Tod des amtierenden Weltmeisters Alexander Aljechin übernahm die Fide die Kontrolle über die WM. Der Ablauf war für viele Jahre weitgehend der Gleiche. Die sowjetische Vorherrschaft in dieser Zeit konnte erst 1972 von Bobby Fischer gebrochen werden.

In den 1990er-Jahren weigerte sich Weltmeister Garri Kasparow, unter der Ägide der Fide gegen Nigel Short um den Titel zu spielen. Beide Spieler fühlten sich von der Fide unangmessen vertreten.

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Eigene Weltmeister der Fide

So kam es, dass es für mehr als ein Jahrzehnt zwei amtierende Weltmeister gab. Die Fide ermittelte ihren eigenen Weltmeister, der aber von Anfang an von Publikum und Fachwelt als minderwertig betrachtet wurde. Dies lag zu einem guten Teil an den sehr umstrittenen Regeln, die die Fide beschloss.

Erst 2006 wurde mit dem Duell zwischen Fide-Weltmeister Topalow und dem klassischen Weltmeister Kramnik die Schachwelt und damit der Weltmeistertitel wieder vereint.

Erste Frauen-WM 1927

Zeitgleich mit der Schacholympiade, die damals allerdings noch nicht so hieß, wurde 1927 die erste Frauen-Weltmeisterschaft ausgetragen. Bis zum II. Weltkrieg fand diese stets parallel zu Olympia statt, ausgenommen dem Match zwischen Vera Menchik und der Deutschen Sonja Graf 1937.

Nona Gaprindaschwili war 16 Jahre lang Weltmeisterin

Nona Gaprindaschwili
Weltmeisterin 1962-1978

Vera Menchik war von 1927 bis zu ihrem Tod 1944 Weltmeisterin. Nach dem Krieg wurde die Weltmeisterschaft analog zu denen der Herren ausgetragen, bis in den 1990er-Jahren die Fide auch hier den umstrittenen Ko-Modus einführte.

Neue Schachdisziplinen

Im späten 20. Jahrhundert wurden neue Schachdisziplinen vermarktet. Zunächst stand der Gedanke im Fokus, das für den nicht versierten Beobachter zuweilen etwas langatmige Schach durch Verkürzung der Bedenkzeit (vermeintlich) attraktiver zu machen. So wurden Blitzschach – das damals wie heute eher zum bierseligen Vereinsabend gehören sollte, und das zunächst „Aktivschach“ genannte Schnellschach auch in Turnieren populär. 1988 wurde in beiden Disziplinen jeweils der erste inoffizielle Weltmeister ermittelt.

Bedauerlicherweise wurden schließlich die unterschiedlichen Bedenkzeiten miteinander vermengt, so dass heutzutage bei klassischen Matches oft Schnell- oder gar Blitzschachpartien über den Sieg entscheiden müssen.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgte Bobby Fischer, als er in den 1990er-Jahren das nach ihm benannte „Fischer Random Chess“ entwickelte, bei dem die Startaufstellung der Figuren gelost wird. Fischer wollte Kreativität statt Theorie. Weltmeisterschaften werden bis heute nur mit Schnellschach-Bedenkzeit ausgespielt.

Weltmeisterschaften bei caissa

Chronik
> WM

WM in der Chronik

Klassische Weltmeisterschaft

Epoche der Herausforderer: 1886, 1889, 1891, 1892, 1894, 1897, 1907, 1908, 1910, 1910/II, 1921, 1927, 1929, 1934, 1935, 1937 • Hochzeit der Fide: 1948, 1951, 1954, 1957, 1958, 1960, 1961, 1963, 1966, 1969, 1972, 1975, 1978, 1981, 1984, 1985, 1986, 1987, 1990 • Geteilte Schachwelt: 1993, 1995, 2000, 2004 • Wiedervereinigte Schachwelt: 2006, 2007, 2008, 2010, 2012

Fide-WM 1993-2005

1993 • 1996 • 1998 • 1999 • 2000 • 2002 • 2004 • 2005

Frauen-Weltmeisterschaften

1927-1944 • 1950-1959 • 1962-1975 • 1978-1988 • 1991 • 1993 • 1996 • 1999 • 2000 • 2001 • 2004 • 2006 • 2008

Weitere Weltmeisterschaften

Schnellschach • Blitzschach • Chess960

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Text: Rainer Osenberg, Bilder: unbekannt (WM 1886, gemeinfrei Details), unbekannt (Gaprindaschwili, gemeinfrei Details)

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